Die Weinzeche lud am Wochenende zu ihrer jährlichen Weinmesse mit dem Thema Deutschland ein. Einige österreichische Kreszenzen wurden zwar auch angeboten, aber aufgrund der knappen mir zur Verfügung stehenden Zeit konzentrierte ich mich auf wenige deutsche Winzer.
Weingut Josef Leitz
Das Weingut Josef Leitz gehört in der Weinbranche zu den Großen der rheingauer Weinszene. Traditionell arbeitend, gehören die Weine des Winzers auch wirklich zum Besten, was Deutschland zu bieten hat.
Josef Leitz: „Riesling trocken 2005“
Aromen feiner Zitrusfrucht, grüner Apfel, am Gaumen schöne, knackige Säure und elegant wirkender Biss. Ein sehr schöner Terrassenwein, der viel Trinkspaß bereitet. 82 Ingo-Punkte.
Josef Leitz: „Rüdesheimer Bischofsberg Spätlese trocken 2005“
Feinherbe Nase, klar und frisch wirkend, Aromen von Grapefruit und Limette. Auch am Gaumen feine Herbe und nach hinten heraus feinwürzige Schärfe. Gutes Finale. 85 Ingo-Punkte.
Josef Leitz: „Rüdesheimer Schlossberg Spätlese trocken 2005“
Zu Beginn eine eher verhaltene Nase, leicht floral wirkend. Dann Zitrusaromen und ein Rest hefiger Noten. Eine angenehme und elegante Struktur und trotzdem guter Biss. Der Wein ist noch richtig jung, wird sich aber sehr gut entwickeln! 88 Ingo-Punkte.
Josef Leitz: „Rüdesheimer Magdalenen Kreuz Riesling Spätlese 2005“
Aromen exotischer Früchte, Mango, Maracuja, Zitrusfrucht. Am Gaumen sehr gute Struktur, feine Säure und Aromen von grünem Apfel. Toller Biss und schöne Länge! 89+ Ingo-Punkte.
Weingut Markus Molitor
Markus Molitor gehört zweifelsohne zu den ganz großen Winzern der Mosel und auch Deutschlands. Er versteht es extrem gut, seinen Weinen unverwechselbare Charaktere zu verleihen. Darüber hinaus ist er sehr agil, gehört seine Weinliste jedes Jahr doch zu den längsten. Dass das der Qualität nicht den geringsten Abbruch tut, beweist jeder einzelne Wein seines Repertoires.
Markus Molitor: „Riesling QbA trocken Liter 2004“
Wie alle Weine von Molitor als seine zu erkennen. Sehr schöne, würzige Aromen, leichter Schwefel, Noten von gelbem Steinobst, getrocknete Gräser. Am Gaumen mit sehr schöner Fülle und guter Säurestruktur. Ein gelungener Terrassenwein. 84 Ingo-Punkte.
Markus Molitor: „Riesling QbA trocken 2004“
Feinwürzig, wieder schwefelig, dann reife Zitrusaromen, Apfelschale. Am Gaumen knackig, mit kräftiger Säure versehen, viel Biss. Aromen frischer Kräuter gesellen sich hinzu.. Im Finale fruchtig-knackig und von schöner Länge. 85 Ingo-Punkte.
Markus Molitor: „Bernkasteler Badstube Riesling Kabinett trocken 2004“
Intensives Bouquet exotisch anmutender Früchte, Banane, wieder leicht schwefelige Noten. Ein sehr mineralischer Wein, mit würzig-toastigen Noten und sehr schöner Länge. 86+ Ingo-Punkte.
Markus Molitor: „Erdener Treppchen Riesling Spätlese trocken 2003“
Ein feingliedriger Wein, getragen von schönen Zitrusaromen, Limone. Leichte Anmutung des Holzfasses. Sehr elegant und trotzdem pikant. Am Gaumen würzig, leicht erdig wirkend mit Noten getrockneter Kräuter. Ein toller Trinkspaß! 88+ Ingo-Punkte.
Markus Molitor: „Saar Riesling Alte Reben 2003“
Dieser Wein wirkt sehr pikant, leicht getoastet, würzig, mit einem Hauch Schwefel. Fruchtige Aromen von süßem Apfel, exotischem Fruchtkorb. Tolle Reife, dicht, kraftvoll, mit viel Druck am Gaumen. Sehr gut ausbalanciert und tolle Länge! 90+ Ingo-Punkte.
Markus Molitor: „Zeltinger Sonnenuhr Riesling Auslese** 2003“
Eine meiner absoluten Lieblingslagen an der Mosel! Und auch dieser Wein zeigt mir auf, warum ich von diesen Weinen so begeistert bin: Sehr druckvoll, dicht, komplex! Exotische Früchte, reifer Pfirsich, sehr vollmundig, geradezu extrem einnehmend. Ein toller wein, der auch im exotisch anmutenden Finale voll überzeugt! 92 Ingo-Punkte.
Markus Molitor: „Riesling Sekt Brut 2002“
Auch in Sachen Schaumwein versteht Markus Molitor es, tolle Ergebnisse zu produzieren. Dieser Sekt besticht durch seine fruchtig-würzige Nase, Aromen von frischem Heu, einer sich am Gaumen kräftig aufbauenden Perlage und sehr eleganter Struktur. Die Reife des Sektes bindet sich in die frische Eleganz hervorragend ein. Ein Tropfen, der viel Trinkfreude bereitet! Zunächst 88, dann auf 89+ Ingo-Punkte korrigiert, weil er einfach etwas Besonderes ist.
Weingut Van Volxem
Roman Niewodniczanski gehört zu den besten Winzern der Saar, einer Region, zu der ich ein besonderes Verhältnis habe. Weil sie als Bestandteil der Mosel-Saar-Ruwer Region eben für die Art von Rieslingen steht, die Eleganz mit Opulenz zu paaren versteht. Und wie das besonders gut gelingen kann, zeigt das Weingut Van Volxem jedes Jahr aufs Neue. Aber 2005 scheint ein besonderes Jahr zu sein. Denn was jetzt schon – teilweise als Fassmuster verkostet – in die Flasche gelangt, wird für viel Furore sorgen. Da bin ich mir sicher.
Van Volxem: „Schiefer Riesling 2005“
Dieser „neue“ Basisriesling aus dem Hause Van Volxem besticht durch seine schöne, beerige Nase, den typischen Aromen exotischer Früchte und einer in dieser Preisklasse geradezu sensationellen Eleganz. Noten von knackigem Apfel, feinwürzige Nuancen und ein doch recht pikantes Gerüst runden den positiven Eindruck ab. 85+ Ingo-Punkte
Van Volxem: „Saar Riesling 2005“
Dieser Saar Riesling wird sicher der beste sein, den es bis dato von Van Volxem gab. Feinfruchtig, Aromen von gelbem Steinobst, kräftige Kräuter, leicht apfelig und pikant. Am Gaumen trotz aller Komplexität doch sehr elegant und geschmeidig. Ein toller Wein! 87 Ingo-Punkte.
Van Volxem: „Riesling Alte Reben 2005“
Typisch und doch anders als seine Vorgänger präsentiert sich der Alte Reben. Leicht herbe Noten von frischem Apfel, exotische Würze und sehr dichte, komplexe Struktur. Ein Kraftpaket mit dezenter, dennoch guter Säurestruktur und einer sehr gelungenen Mineralität. Sein elegantes Wesen behält er bis in den sehr langen und schönen Abgang hinein. 89 Ingo-Punkte.
Van Volxem: „Scharzhofberger Pergentsknopp 2004“
Sehr schöne, pikant-fruchtige Aromen, exotischer Fruchtkorb und viel, viel Druck. Ein kraftvoller Wein mit schöner Mineralität, guter Säurestruktur und langem Finale. Toll! 90+ Ingo-Punkte.
Van Volxem: „Wiltinger Gottesfuß 2004“
Der Gottesfuß gehört auch zu meinen absoluten Favoritenlagen. Was ich bisher von dort verkosten durfte, hat mich jedes Mal fasziniert. So auch dieser Wein: Sehr opulent, pikant und elegant. Aromen getrockneter Gräser, tolle Fruchtsüße, exotische Früchte, äußerst kraftvoll. Ein sehr langes Finale macht geradezu süchtig! 91+ Ingo-Punkte.
Van Volxem: „Alte Reben Spätlese 2003“
Aus dem berühmten Sonnenjahr, eben von diesem in die schiere Opulenz getrieben. Doch entgegen vieler anderer Gewächse kann der Alte Reben Spätlese sehr gut mit der Kraft des Jahrgangs umgehen. Extrem druckvoll, süße Früchte, erinnert an Banane, leicht getoastete Noten und ein ewig andauerndes Finale machen den Wein zu etwas Besonderem. Ein tolles Trinkerlebnis! 93+ Ingo-Punkte.
Weingut Groebe
Das Weingut Groebe in Rheinhessen ist seit langem bekannt für seine sehr guten Lagenrieslinge, die Jahr für Jahr zu überzeugen verstehen. Dieses Wochenende hatte ich in der Weinzeche „nur“ das Große Gewächs aus 2004 verkostet und bin trotzdem schon sehr angetan!
Groebe: „Riesling Aulerde 2004“
Ein frisch anmutender Wein mit floral anmutenden Aromen von Zitrusfrucht, frisch geschnittenem Gras, Litschi. Am Gaumen sehr mineralisch, exotisch wirkend, mit kräftiger, noch jugendlich wirkender Säurestruktur. Klar-knackig, fruchtig-krautig und mit einer schönen Länge im Abgang versehen. 88 Ingo-Punkte.
Weingut Schäfer-Fröhlich
Tim Schäfer-Fröhlich ist ein junger und aufstrebender Winzer, der seit Mitte der 90er Jahre nach und nach das elterliche Weingut übernommen und für stetige Qualitätsverbesserung gesorgt hat. Sein Qualitätsbestreben merkt man seinen Weinen auch an: In allen Kategorien vermögen sie zu überzeugen und Trinkspaß zu garantieren. Für mich auf jeden Fall ein Weingut, welches zu den besten Betrieben Deutschlands zu zählen ist.
Schäfer-Fröhlich: „Schlossböckelheimer Riesling trocken 2004“
Ein würziger Wein, Aromen von Spargel, dichte Frucht, reifer Apfel. Dann aber auch exotisch anmutende Frucht, Zitrusaromen am Gaumen. Ein Wein mit schönem Biss, kräftiger Säure und gutem Finale. 83+ Ingo-Punkte.
Schäfer-Fröhlich: „Nahe Riesling trocken 2005“
Dieser Riesling ist ein angenehmer Terrassenwein mit frischer Säure, Biss und angenehmer Zitrusaromatik, vielleicht grünem Apfel. Trotz seiner straighten Art durchaus elegant. 83 Ingo-Punkte.
Schäfer-Fröhlich: „Bockenauer Felseneck Riesling Kabinett trocken 2005“
Sehr schöne Frucht und Mineralik, eine feine Zitrusnote, leicht exotische Charakteristik, grüner Apfel. Am Gaumen mit einem tollen Säuregerüst, schöner Mineralität und gutem Finale. 85 Ingo-Punkte.
Schäfer-Fröhlich: „Bockenauer Felseneck Riesling Spätlese trocken 2005“
Der Wein verfügt über eine tolle Dichte, opulente Frucht und feine Mineralik. Am Gaumen mit sehr schönem Druck, kraftvoller Zitrusfrucht und sehr schöner Länge. 88 Ingo-Punkte.
Schäfer-Fröhlich: „Bockenauer Felseneck Riesling Spätlese 2004“
Deutlich tritt der exotische Fruchtkorb in den Vordergrund, gefolgt von Weinbergspfirsich. Am Gaumen dichte, komplexe Struktur, trotzdem sehr elegant, fast feingliedrig wirkend und mit einem fulminantem Finale. 89+ Ingo-Punkte.
Schäfer-Fröhlich: „Bockenauer Felseneck Riesling Auslese 2005“
„Unterm Tisch“ dann das bisherige Paradestück 2005 des Weinguts. Sehr dicht, tolle Exotik und ein sehr schöner, klarer Glanz am Gaumen, die Mineralität in Kombination mit der schönen Fruchtigkeit ist schon beeindruckend, feine Fruchtsüße, ohne dabei aufgesetzt zu wirken. Auch im Finale von sehr schöner, ausgewogener Länge. 92+ Ingo-Punkte.
Weingut Meyer-Näkel
Werner Näkel hat schon für viel Furore mit seinen Weinen gesorgt. Der sympathische Winzer von der Ahr versteht es aber auch wie kaum ein anderer, seinen Weinen das besondere Etwas mit in die Flasche zu geben. Eigentlich ist eine Bewertung seiner 2005er Weine zum jetzigen Zeitpunkt noch etwas früh, gewinnen sie doch derzeit mit jeder Woche Ruhe in der Flasche.
Meyer-Näkel: „Us de la Meng 2005“
Sein wohl berühmtester Wein. Erdig wirkend, mit Aromen roter Beeren, Graphit, Schiefer. Ein stoffiger Wein, der die Aromen frischer Kirsche erst mit einiger Zeit im Glas preis gibt. Am Gaumen sehr saftig und angenehm mit einem fruchtigen Finale. Liegen lassen! 84 Ingo-Punkte.
Meyer-Näkel: „Spätburgunder QbA trocken 2005“
Wieder die typisch erdigen Noten, dann reife Kirsche, feine Tannine und leicht würzige Nuancen. Später durchaus pfeffrige Noten, stoffig und schöne Würze. Ein sehr schöner Wein. 86+ Ingo-Punkte.
Weingut Fritz Waßmer
Fritz Waßmer und seine Weine laufen mir immer wieder über den Weg. Und sie zeigen stets, dass gerade die Region Baden eine Hochburg für den Spätburgunder ist. Wenn ein Waßmer auf dem Tisch steht, sage ich nie Nein!
Fritz Waßmer: „Spätburgunder trocken 2004“
Man merkt dem Wein seinen Ausbau im großen Holzfass an. Aromen von Holz, Toast, Vanille, aber auch dunkle Beeren. Schon schön reif wirkend, mit Druck und Komplexität. Am Gaumen würzig, die Frucht wird von angenehmer Geschmeidigkeit gestützt. Ein Pinot Noir, der sehr stoffig wirkt, staubtrocken auf der Zunge liegt und doch zu verführen versteht. 87+ Ingo-Punkte.
Das waren die in der Weinzeche verkosteten Weine. Allesamt machten sie Spaß, Ausfälle musste ich Gott sei Dank nicht entdecken. Deutschland braucht sich mit seinen Weinen international überhaupt nicht zu verstecken – ganz im Gegenteil! Und dass die roten Kreszenzen auf dem Vormarsch sind, ist keine Neuigkeit mehr. Ich bin bekennender Deutschlandwein Liebhaber! Rot und weiß!
CU
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Bodegas Valdemar:
Die Bodegas Valdemar ist ein alt eingesessener Familienbetrieb. Seine Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1889. Der heutige Besitzer, Jesus Martinez Bujanda, leitet das Weingut gemeinsam mit seinen Kindern Ana und Carlos. Und dies auch sehr erfolgreich, wie der aktuelle Wein der Woche beweist.
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