Wie bereits in einem früheren Posting angekündigt, hatte der Weinschreiber vor kurzem die Möglichkeit, unter anderem 5 Jahrgänge Riesling Donatus von Kurt Angerer zu verkosten. Ein Vergnügen, wie sich herausstellen sollte. Denn mit Ausnahme der wahrscheinlich fehlerhaften Flasche aus dem Jahrgang 2003 bereiteten Kurts Rieslinge viel Trinkfreude!
Die Riesling-Trauben für den Donatus wachsen zu je 50% auf rotem Schotter und Granit-Urgesteinsboden. Der Ausbau erfolgt klassisch in Stahltanks. Die Charakteristik des Weins ist floral, mit einer schönen mineralischen Struktur und gutem Säurespiel.
Kurt Angerer: „Riesling Donatus 2000“
Dieser Jahrgang zeigt jetzt eine feine, reife Nase, ohne dabei an Frische einzubüßen. Leicht pikant, Noten von getrocknetem Gras, sehr elegant. Dann auch Noten von gelbem Steinobst, Johannisbeere, kaum die klassische Zitrusnote. Am Gaumen präsentiert sich der 2000er mit einer hervorragenden Struktur, Aromen reifer Beeren, sehr kraftvoll, fast cremig und mit einem sehr schönen Finale. 88+ Ingo-Punkte.
Kurt Angerer: „Riesling Donatus 2001“
Der 2001er zeigt sich ebenfalls mit reifer Note, die allerdings leicht petrolisch wirkt, ohne dabei jedoch diese unangenehme Schärfe zu entwickeln. Dann auch reife Orangen, ein leicht süßer Hauch, dezent alkoholisch wirkend, vielleicht etwas Firn. Am Gaumen dann aber sehr elegant, cremig, dicht und mit schöner Extraktsüße. Aber auch würzige Noten, Spargelwasser, Champignons. Ein völlig anderer Donatus als der 2000er, jedoch ebenfall sehr interessant und mit schöner Länge ausgezeichnet. 88 Ingo-Punkte.
Kurt Angerer: „Riesling Donatus 2002“
Hier zeigt sich eine fleischige Nase, süße Frucht, Johannisbeere, gelbes Steinobst. Dann auch Zitrusaromen, Ananas, Grapefruit – eben ein ganzer Fruchtcocktail. Auch Orange und Erbbeerbowle werden in der Runde genannt. Am Gaumen wieder mit hervorragender Struktur, feinwürzig, wieder mit leichter Extraktsüße, einer fast cremigen Textur und mit sehr schöner Länge im Abgang. Sehr lecker! 90 Ingo-Punkte.
Kurt Angerer: „Riesling Donatus 2003“
Das Problemkind der Runde. Trotzdem einige Worte wert, denn was sich hinter der Fehlerhaftigkeit der Flasche andeutete, war auch schon „großes Kino“. Aromen frischer Mandarine, Orange, Pfirsich, dann auch saftiger Apfel, aber eben auch dieser leichte Bonbon-Ton und leichte Grüntöne. Ein sehr würziger Wein, leicht staubig wirkend und sicher mit viel Extrakt ausgestattet. Aber eben nicht fair zu bewerten, da offensichtlich der Korkteufel sein Unwesen in der Flasche trieb. Schade! Ohne Bewertung.
Kurt Angerer: „Riesling Donatus 2004“
Der Jungspund der Runde, sich ebenso präsentierend: Angeführt von frischer Zitrusnote, sehr konzentriert, frisches Gras, dann aber auch eine leicht dropsige Nase, erinnert mich an Single Malt durch Aromen getoasteter Gerste, moderat im Alkohol. Am Gaumen frisch, mit schöner Zitrusnote, hinten heraus den Gerstenton verstärkend und mit schöner Länge. Allerdings auch noch sehr jung und daher ruppig. 84 Ingo-Punkte mit Tendenz zu viel mehr, wenn der Wein seine erste Reife erlangt.
Das war die Donatus-Vertikale, die dem Weinschreiber wieder mal aufzeigte, dass er mit seiner Meinung so falsch nicht liegt: Kurt Angerer macht richtig gutes Zeug! Derzeit voll auf der Höhe der 2002er Donatus, für Freunde gereifter Rieslinge aus dem schönen Kamptal seien jedoch auch die älteren Jahrgänge wärmstens empfohlen. Und 2003? Da braucht es wohl noch eine Konterflasche, danach weiß man mehr.
CU
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