Neben den herausragenden Akteuren gab es auch viele weitere Winzer aus Österreich, die den Jahrgang 2006 teilweise hervorragend umgesetzt haben. Es darf vermutet werden, dass die aktuelle Kollektion zum Besten gehört, was seit langer Zeit an Grünen Veltlinern und Rieslingen in der Alpenrepublik erzeugt wurde.
Hier die nach Weingütern sortierten Kurzbewertungen im Einzelnen:
Weingut Bründlmayer
Das in Langenlois beheimatete Weingut ist seit langen Jahren für herausragende Qualitäten bekannt. Riesling und Grüner Veltliner sind die Flaggschiffe. Aber auch andere Sorten sind vor den Bründlmayers nicht sicher.
Grüner Veltliner Leicht & Trocken 2006
Eher künstlich fruchtig wirkende Nase. Frisch, Bubblegum, easy. 78 Ingo-Punkte.
Grüner Veltliner Kamptaler Terrassen 2006
Saubere Frucht, frisch, feinwürzig, blumig wirkend. Schöne Mineralik. 81 Ingo-Punkte.
Grüner Veltliner Berg-Vogelsang 2006
Deutlich vielschichtiger, frischer Apfel, schönes „Pfefferl“, guter Druck. 84 Ingo-Punkte.
Grüner Veltliner Loiser Berg 2006
Exotisch-pfeffrig anmutende Frucht, guter Schmelz, feinwürzig, schöne Säurestruktur. 85+ Ingo-Punkte.
Grüner Veltliner Alte Reben (Fassprobe) 2006
Schöne, elegante Nase, kräftige Würze, sehr druckvoll am Gaumen, Aromen von Mango, Pfeffer. Schöner Schmelz, wärmer werdend. 87 Ingo-Punkte.
Grüner Veltliner Käferberg (Fassprobe) 2006
Exotisch-würzig, vielschichtig, Quitte. Sehr extraktreich, süß-würzig am Gaumen, schöne Länge. 89 Ingo-Punkte.
Grüner Veltliner Ried Lamm (Fassprobe) 2006
Trotz Fassprobe durchaus reif wirkend, sehr würzig, pfeffrig, viel Schmelz. Am Gaumen fast buttrig, Kräuter, Extrakt. Schönes Finale. 90+ Ingo-Punkte.
Eine eigentlich sehr schöne Kollektion von Bründlmayer, die trotzdem nicht ganz an das heranreicht, was der Weinschreiber aus vergangenen Jahrgängen her kennt. Vielleicht eine Folge der recht frühen Verkostung der Fassmuster. Man wird die Weine zu einem späteren Zeitpunkt nochmals genauer unter die Lupe nehmen müssen.
Weingut Kurt Angerer
„Qualität kommt von Qual“ – der wohl berühmteste Spruch von Kurt Angerer beschreibt treffend, mit wie viel Herzblut der sympathische Winzer seinen Beruf betreibt. Und seine Weine zeigen, dass sich der Aufwand lohnt. Sie präsentieren sich urwüchsig, kraftvoll und mit ordentlichem Druck. Würzige Weine, die trotz ihrer robusten Form durchaus auch elegant genannt werden dürfen. Hier zeigt sich auf äußerst gelungene Art, wie ausdrucksvoll Grüne Veltliner ihre Herkunft bezeugen können.
Grüner Veltliner Kies 2006
Eine feste Bank, wenn es um kräftige, würzige Veltliner in der Einstiegsklasse geht. Frisch, feine Frucht, feinwürzig, toller Saft. Macht Spaß! 84 Ingo-Punkte.
Grüner Veltliner Spies 2006
Tolle Würze, Anklänge exotischer Früchte, stoffig, toller Druck am Gaumen, wunderbare Typizität, pfeffrig, mineralisch, lang. 87 Ingo-Punkte.
Grüner Veltliner Loam 2006
Aromen von gelbem Steinobst, Quitte, reifer Apfel. Sehr dicht, komplex, tolle Würze. Sehr extraktreich, opulent, sehr schöner Saft! 89 Ingo-Punkte.
Grüner Veltliner Eichenstaude 2006
Sehr saubere, mineralisch anmutende Nase, Zitrus, Apfel, frisch. Wieder sehr würzig. Am Gaumen mit viel Biss, kräftiger Struktur, knackiger Säurestruktur und würzig-pfeffrig-apfeligen Abgang. 88+ Ingo-Punkte.
Riesling Donatus 2006
Anfangs leicht parfümiert wirkend, dann aber frische Nase, Zitrusaromen im Vordergrund, dann grüner Apfel. Am Gaumen mit sehr gutem Biss, frisch, knackiger Säurestruktur und guter Länge. 85 Ingo-Punkte.
Kurt Angerer ist nicht nur als Mensch ein Original. Auch seine Weine verstehen zu überzeugen. Die Weine sind eine feste Kamptaler Größe, auf die man sich Jahr für Jahr fast blind verlassen kann.
CU
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Die Bodegas Valdemar ist ein alt eingesessener Familienbetrieb. Seine Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1889. Der heutige Besitzer, Jesus Martinez Bujanda, leitet das Weingut gemeinsam mit seinen Kindern Ana und Carlos. Und dies auch sehr erfolgreich, wie der aktuelle Wein der Woche beweist.
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22. März 2007 um 15:06 Uhr
Ja, Kurti ist wahrlich ein Orginal! Hier gibt es ein Bild von ihm und 2005 Eichenstaude sollte man im Keller haben, viel Wein für wenig Geld……
Kurt Angerer: http://belmaati.com/gallery/displayimage.php?album=207&pos=9
VKN : http://web.mac.com/martinbarz/iWeb/berlinkitchen/BerlinKitchen/612417D9-7B84-47D5-90AF-5A8082FE37C1.html
Vielen Dank für Deine ungemein lesenswerten VKN von der ProWein, gerade da ich selber nicht auf der ProWein war.
Grüße,
Martin
22. März 2007 um 15:15 Uhr
Vielen Dank für Dein motivierendes Lob! Kurt ist übrigens hervorragend auf dem Bild getroffen! Einfach ein netter Kerl!
22. März 2007 um 17:36 Uhr
Hast Du auch Schloß Gobelsburg probiert, für mich noch besser als “Entwicklungshelfer” Willi Bründlmayer, und die beste Geesamtkollektion in weiß aus Ö 2006. (Bericht folgt.) Bei Kurti A. ist’s halt so, dass seine Präsenz auf Messen, PR-Events etc. nicht selten auf Kosten der Arbeit und Qualität im Weingarten passiert. Nutzt er denn nach teilweise massiven Korkproblemen in den letzten Jahren mittlerweile den Schrauber?
22. März 2007 um 17:50 Uhr
Hallo pivu,
Gobelsburg hatte ich einige Tage vorher verkosten können. Die Weine präsentieren sich ebenfalls hervorragend, keine Frage. Sie sind stets eine geeignete Messlatte für Jahrgangsbeurteilungen.
Deine Kritik zu den Weinen von Kurt Angerer kann ich allerdings nicht ganz nachvollziehen. Ich habe sie schon oft verkostet, einiges davon im Keller liegen und eigentlich noch keine Korkprobleme mit ihm gehabt. Vielleicht war es auch nur Glück auf der einen und Pech auf der anderen Seite. Leider habe ich nicht auf die verwendeten Verschlüsse geachtet. Auch qualitativ finde ich die Weine Angerers hervorragend. Typische Kamptaler zu einem super PLV! Zu viel Präsenz auf Messen etc.? Kann ich nicht in den Weinen erkennen.
Viele Grüße
Ingo
27. März 2007 um 14:06 Uhr
Kurze Eindrücke vom Hamburger Weinsalon
Kurz deshalb, weil ich nur für etwa 2 Stunden dort sein konnte - um alle interessanten Weine zu verkosten, hätte ich die ganzen zwei Tage gebraucht… Es war der 21. Weinsalon - schon seit 1993 organisiert Wein-Journalist Mario Scheuermann (er s