Das Château Tour de Guiet liegt in der Region Côtes-de-Bourg, einer bordelaiser Appellation an der rechten Uferseite der Dordogne. Jean-Luc Thunevin, einer der bekannteren Weinmacher, hat seine beratende Hände in dieser Cuvée aus 75% Merlot und 25% Cabernet Sauvignon, die reichhaltig und mit einem hohen Maß an Typizität daher kommt.
Château Tour de Guiet 2003
Dieser tief rubinrot brillant schimmernde Wein dominiert in der Nase zunächst mit deutlichen Noten von neuem Holz, Süßholz, vielleicht auch etwas Vanille. Dann aber auch reif-fruchtige Noten von süßen Brombeeren, reifer Erdbeere. Leichte Noten von Tabak, aber auch leichte Noten von grüner Paprika sind ebenso zu vernehmen. Insgesamt präsentiert sich die Nase sehr komplex, konzentriert, frisch.
Am Gaumen springt der Tour de Guiet direkt an: Sehr fruchtig, würzig, opulent. Das ohne Zweifel ausgeprägte Säuregerüst wirkt überhaupt nicht störend, sondern versteht es vielmehr sehr gut, die zwar mürben, doch gleichzeitig noch sehr deutlichen Tannine zum jetzigen Zeitpunkt harmonisch einzufangen. Ansonsten machen sich Aromen von dunkler Frucht, Lakritze, Süßholz (O.K., hohe Deckungsgleichheit mit Lakritze) und Pflaume breit. Ein Wein zum Kauen. Sehr schön herausfordernd, weil derzeit noch sehr jung. Das Finale verspricht viel, denn es ist lang und nachhallend.
89 Ingo-Punkte für den Tour de Guiet, verbunden mit der Hoffnung, dass sich da noch was tut in den nächsten 3, 4, 5 Jahren.
CU
Michele Satta: “Bolgheri Rosso 2004″
Michele Satta gehört zur absoluten Spitze der bolgherischen Winzerelite. Sein Name steht für elegante Weine, die den Vergleich zur bekannten Verwandtschaft, wie etwa Ornellaia oder Sassicaia, nicht zu scheuen brauchen. Der Bolgheri Rosso wurde 12 Monate in Barriques ausgebaut. Was oftmals zur Überholzung eines Weins beiträgt, unterstützt in diesem Falle die Cuvée aus 30 % Sangiovese, 30 % Cabernet Sauvignon, 30 % Merlot sowie 10 % anderen Sorten.
In der Nase machen sich leicht animalische Noten breit. Aber nicht die Störenden! Eher die Form, die die fruchtigen Noten, die Noten von süßer Kirsche, von Johannisbeeren, von saftigen Pflaumen stützen. Ganz fine Töne von Vanille, vielleicht etwas heller Schokolade machen sich ebenso bemerkbar. Ein feiner Gewürzstrauß gesellt sich hinzu. Schiefrig, ein Hauch erdige Noten, absolut trockener Charakter. Eine Nase zum Wegschnuppern!
Am Gaumen machen sich fruchtige und mineralische Noten breit. Trocken und doch Maul füllend, sehr sauber vinifiziert. Wieder Kirsche, rote Beeren. Aber auch ein Hauch Süße, vielleicht vanilliges Kompott. Am Ende eine leicht ätherische Note. Minze? Die Jugend wird jedenfalls nicht verleugnet: Eine schöne, mürbe Tanninstruktur, ein feines Säuregerüst, eine hervorragende Länge – dies alles macht Appetit auf die zweite Flache. Und die steht gerade auf dem Tisch. 89++ Ingo-Punkte.
Mit dem Bolgheri beweist Michele Satta, dass er es hervorragend versteht. Großes ins Glas zu zaubern. Und da kommt meine Frau mit frisch lackierten Fingernägeln… Wie duftete der Wein noch gleich?
CU
Die Herdade do Esporão, eines der führenden Häuser im portugiesischen Alentejo, hat ihren Sitz in Reguengos de Monsaraz. Das Haus hat eine bewegende Geschichte vorzuweisen: Bereits seit 1267 ist das Weingut bekannt und seitdem hat seitdem viel erlebt. Doch seit 1987 setzt man auf dem Weingut kompromisslos auf Qualität. Nur leider nicht beim Naturkorken, der der Qualität des Weins in keiner Weise gerecht wird. Ein paar Cents mehr an Investitionen in bessere Korken trügen einiges zur Imageverbesserung bei.
Über 600 ha mit Rebstöcken bepflanztes Areal sind eine ordentliche Hausnummer. Das ist mehr, als das gesamte Ahrtal in Rebflächen vereint. Trotzdem können sich die Weine des Gutes sehen lassen. Was auch der vorliegende Esporão Red Reserve 2004 unter Beweis stellt. 350.000 Flaschen dieses Weins werden ausschließlich in herausragenden Jahren produziert. Mit einem durchschnittlichen Ertrag von ca. 35 hl/ha wird hier trotzdem auf Qualität, nicht auf Quantität geachtet. Die Cuvée aus 40% Aragonês, 30% Cabernet Sauvignon und 30% Trincadeira lagert 12 Monate in amerikanischen Eichenfässern. Mit 14,5% vol. angegebenem Alkoholgehalt ist der Wein sicher kein Leichtgewicht.
Herdade do Esporão: „Esporão Red Reserve 2004“
In brilliantem Purpurrot schimmert der Wein im Glas. Wunderbar ausgewogene, intensive Aromen von Kirschen, Pflaumen, einem Hauch Eukalyptus, Minze, und Kakao. Eine virtuose Nase; wuchtige Eleganz, verspielte Kraft, feingliedrige Opulenz. Ein Aromenstrauß zum darin Versinken.
Auch am Gaumen setzt sich fort, was die Nase erahnen lässt: Sehr elegant und doch voll vereinnahmend. Herrliche Fruchtigkeit, die von dezenter Süße begleitet wird. Die Tannine sind vielleicht zu erahnen, das Säuregerüst wunderbar ausgewogen. Eine perfekte Harmonie von Nase und Gaumen.
Auch im Abgang kann der Esporão mit sehr schöner Länge und animierender Fruchtigkeit voll überzeugen. Die sich leise andeutenden Mokkaaromen werden bis ins lange Finish getragen, erschlagen den Wein aber nicht, sondern verhelfen ihm zu seiner Individualität. Für diesen Wein jetzt schon 91 Ingo-Punkte, verbunden mit der Gewissheit, dass er noch für weitere 8 bis 10 Jahre eine Menge Spaß bereiten wird! Top-Tipp!
Herdade do Esporao ist ein Haus mit großer Zukunft. Wenn nun auch noch in Sachen Verpackung besser investiert wird, ist dem Wein eine große Zukunft sicher!
CU
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Bodegas Valdemar:
Die Bodegas Valdemar ist ein alt eingesessener Familienbetrieb. Seine Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1889. Der heutige Besitzer, Jesus Martinez Bujanda, leitet das Weingut gemeinsam mit seinen Kindern Ana und Carlos. Und dies auch sehr erfolgreich, wie der aktuelle Wein der Woche beweist.
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