Kaum ist sie da, war’s das auch schon wieder. Weihnachten steht nicht mehr vor der Tür, sondern ist schon wieder abgezogen. Zeit, sich mal an einige Tropfen der feierlichen Tage genauer zu erinnern.
Pavillon Rouge du Château Margaux 2000
Noch immer ein sehr junger Wein. Deutliche Jugend, auch nach mehrstündigem Lüften. Allerdings zeigt der Zweitwein des Châteaux deutlich, welches Potential in ihm steckt. Die Nase lässt vermuten, dass hier ein Wein heranreift, der – wenn einmal das Stadium der Reife erreicht – die Kraft und Opulenz des Jahrgangs in eleganter Art und Weise zu verkörpern verstehen wird.
Ein wunderbarer Aromenstrauß von roten und dunklen Beeren, ein Hauch Kaffee, Toffée, Leder. Sehr schön ausbalanciert.
Am Gaumen dann noch die pure Jugend. Viel Biss, reichlich mürbe Tannine und doch schon jetzt den Charakter eines demnächst mal großen Zweitweins. Margaux in bestechender Form. Diese muss nur noch reifen. Die nächste Flasche wird sicher nicht vor 2011 geöffnet.
Trotzdem jetzt schon 90++ Ingo-Punkte.
Domaine de St.Eugène: “Opppidom 2004″
Wer ihn noch nicht kennt, ist es selbst Schuld. Das ist wunderbare Winzerkunst. Diese Cuvée aus 85 % Syrah, 10 % Grenache und 5 % Cabernet Sauvignon wird von 100 Jahre alten Rebstöcken geerntet und nach traditioneller Form vinifiziert. Die 18 Monate im Barrique sorgen für einen wunderbar ausgewogenen, opulenten und doch finessenreichen Wein, der aber auch gar keinen Vergleich mit den anderen Größen des Languedoc – Roussillon zu scheuen.
Auch in seiner noch jugendlichen Form zeigt sich der Opppidom jetzt schon mit verführerischen Aromen nach dunklen Beeren, Pfeffer, Lakritze, etwas Vanille. Die Würze der Cuvée wirkt zwar kraftvoll, jedoch nicht aufgesetzt. Im Gegenteil: Das ist Herkunft.
Auch am Gaumen wirkt der Wein trotz seiner Dichte, seiner Opulenz vielschichtig, finessenreich und elegant. Sehr schön ausbalanciert. Die Tanninstruktur ist zwar merklich vorhanden, jedoch herrlich in das Gesamtbild integriert.
Auch im langen und beerig-würzigen Finale kann der Opppidom voll überzeugen. 93+ Ingo-Punkte.
Wer Interesse hat, muss sich beeilen: Der Opppidom ist streng limitiert und wird eh schon in 0,5l Flaschen abgefüllt. Der Glasstopfen macht Freude, ist doch somit die Gefahr verkorkter Weinkatastrophen gleich zu Beginn gebannt.
Beni di Batasiolo: „Barolo Boscareto DOCG 1999“
Beim Wort Barolo schlagen die Herzen der Italien Fans höher. Oft schlägt sich diese Liebe leider auch auf die Preise nieder. Dass es auch gute Preis-Leistungsverhältnisse in Sachen Barolo gibt, beweist Batasiolo. Der „König der Weine und Wein der Könige“, wie ihn die Italiener gerne liebevoll nennen, wird reinsortig aus der Nebbiolo Traube gekeltert.
Im Glas zeigt sich der Barolo in funkelndem Rubinrot. In der Nase Aromen reifer roter Beeren, Holunderbeeren, Lakritze, Holz. Saftig-süße Kirscharomen und feine blumige Noten komplettieren die schöne Typizität des Weins.
Am Gaumen machen sich noch massig Tannine breit. Aber auch wunderbare Aromenstrukturen, eine saubere, geradlinige Charakteristik und eine bis ins lange Finale anhaltende süße Frucht. Ein sehr schöner Vertreter seiner Zunft. 91 Ingo-Punkte und sicher noch viel Spaß in den nächsten 5 -7 Jahren.
Feiertage sollten zwar nicht der einzige Anlass zum Öffnen leckerer Tropfen sein. Aber EIN Anlass dürfen sie es auf jeden Fall sein.
In diesem Sinne wünscht der Weinschreiber allen Leserinnen und Lesern der gleichnamigen Seite einen gelungenen Rutsch ins neue Jahr, viele leckere Tropfen, viel Glück und Erfolg, keinen Kork und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel
CU
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Bodegas Valdemar:
Die Bodegas Valdemar ist ein alt eingesessener Familienbetrieb. Seine Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1889. Der heutige Besitzer, Jesus Martinez Bujanda, leitet das Weingut gemeinsam mit seinen Kindern Ana und Carlos. Und dies auch sehr erfolgreich, wie der aktuelle Wein der Woche beweist.
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