Das Vecchia Roma in Essen ist wieder da!
Geraume Zeit gehörte das Vecchia Roma zu einer der ersten Anlaufadressen in Essen, wenn es um italienische Kochkunst auf hohem Niveau ging. Doch im letzten Jahr nahm die Qualität merklich ab, so dass der Weinschreiber das sonst so schöne Restaurant eigentlich schon verloren gab. Grund hierfür waren die Ambitionen des Inhabers Manuel D’Incicco, neue gastronomische Wege in neuer Umgebung gehen zu wollen und das Vecchia Roma dadurch etwas zu vernachlässigen.
Die Ambitionen sind verschwunden und das Vecchia Roma somit wieder in festen Zügeln. Und das merkte man direkt beim ersten Besuch nach der enttäuschenden Vorstellung zuvor.
Neues Ambiente, zuvorkommende Bedienung, reichlich Platz. Auch das überarbeitete Speisenkonzept kann sich sehen lassen. Zwar gibt es auch weiterhin die Gerichte in normaler Portion. Viel interessanter erschein jedoch die große Auswahl an Assagini, kleinen Portionen also, die es erlaubten, sich quer durch die Kochkünste des Vecchia Roma zu probieren. Seien es die gebratenen Jacobsmuscheln auf Knoblauch—Limonensauce, die Muscheln in leichter Tomatenjus, das Roastbeef von der Barbarie Entenbrust auf gegrilltem Radicchio, die in Barolo geschmorten Kalbsbäckchen oder die Schwarze Linguine mit Seeteufel und Jacobsmuscheln – alles auf den Punkt gegart und geschmacklich vorzüglich.
Der dazu gereichte Château Saint-Pierre 1990 zeigte sich ebenfalls von seiner besten Seite: Wunderbar ausgereift, eine sich herrlich entwickelnde Aromenstruktur, mit sehr schön eingebundenen, mürben Tanninen und feiner, süßer Frucht. Jetzt perfekt zu trinken und ein echtes Weinerlebnis. 92 Ingo-Punkte.
Auch die weitere Weinkarte liest sich gut. Was hierbei vor allem auffällt, ist die sehr fairpreisige Kalkulation der Weine. Hier kann man noch echte Schnäppchen machen.
Als Fazit lässt sich festhalten, dass das Vecchia Roma wieder zu den besten Adressen italienischer Kochkunst in Essen gezählt werden darf. Und das zu Preisen, die es auch Normalsterblichen ermöglicht, einen wunderbaren Abend in Essen-Frintrop zu verbringen.
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3. Februar 2008 um 23:47 Uhr
Lieber Weinschreiber,
interessant mal wieder etwas von einem Bordeaux aus dem, wie es so schön heißt, legänderen Jahrgang 1990 zu lesen.
Habe noch eine Imperial Beychevelle bei mir liegen - aus diesem Jahr - und finde irgendwie keine Gelegenheit diese zu öffnen. Letztes Jahr habe ich mit Philippe Blanc in Düsseldorf über den Jahrgang auf Beychevelle gesprochen. Seine Augen haben nicht geleuchtet als er über diesen Wein sprach….Na wie auch immer, was kostet den eine Flasche im Vecchia Roma von dem Ch. Saint-Pierre? Wahrscheinlich habt ihr den Wein nicht dekantieren lassen und gleich mit dem trinken begonnen?
Karl
4. Februar 2008 um 12:05 Uhr
Hallo Karl,
wir haben uns dazu entschlossen, den Wein vorab zu dekantieren. Und das war auch besser so, denn der brauchte noch richtig Luft! Erst mit der Zeit haben sich die süßen, fülligen Aromen in ihrer ganzen Breite entwickelt. Schade, dass der Saint-Pierre keine Magnum war. Die wäre sicher auch noch erledigt worden.
Bei der Flasche handelte es sich - leider - um die Letzte aus dem Keller des Vecchia Roma. Aber das heisst nicht, dass es nicht viele weitere richtig gute Buddeln im Keller des Restaurants gibt!
Viele Grüße
Ingo