Das neue Jahr brachte gleich zu Beginn wieder einige sehr interessante Neuentdeckungen, die der Weinschreiber im Rahmen einer Verkostung kennen lernen durfte. Ein Weingut ist der Burgunderhof Pfannebecker. Das im rheinhessischen Worms-Pfeddersheim beheimatete Weingut konnte mit einer roten Cuvée absolut überzeugen, so dass in Zukunft sicher noch häufiger über sie berichtet werden muss.
Burgunderhof Pfannebecker: Cuvée Maximus 2005
Dunkel rubinrot schimmernd, zum Rand leicht aufhellend.
In der Nase zeigt sich die Cuvée mit deutlichen Holzaromen, frisch geschnittenen Zweigen, Laub. Dann aber auch Sauerkirsche, Orange, Rauch, Graphit.
Am Gaumen frisch, fruchtig, rote Beeren dominieren, dann auch Brombeere. Feine Holznuancen. Sehr schöne Säurestruktur, noch knackige Tannine, wieder Graphit, Kohle. Nach hinten hinaus ein schönes, süßbeeriges Finale. Hat noch Potential für weitere zwei Jahre. 86+ Ingo-Punkte.
CU
Was hat 13,5% vol., ist relativ imposant im Auftritt und schmeckt dem Weinschreiber gerade richtig gut?
Richtig: Ehmosers Grüner Veltliner “Aurum” 2004 aus der Magnum! So muss Grüner Veltliner schmecken, würzig, mit dem kleinen ‘Pfefferl’, schön reif, mit delikater Frucht und lang. Da macht Österreich wieder einmal richtig Spaß! 91 Ingo-Punkte.
CU
Der Stapel vorhandener Verkostungsnotizen ist noch vorhanden. Zeit, einige archivierte Eindrücke ins Netz zu stellen. Viel Spaß und Genuss bei der virtuellen Nachverkostung!
Az. Agr. Massolino Vigna Rionda - Langhe Nebbiolo DOC 2005
Der Wein erscheint in einem wunderbar funkelnden Granatrot im Glas. In der Nase machen sich gleich die typischen Aromen des reinsortigen Nebbiolo breit: Veilchen, rote Beeren, feinwürzige sowie florale Noten. Sehr angenehm, frisch und gleichzeitig in seiner Jugend schon viel zugänglicher als ein klassischer Barolo.
Auch am Gaumen präsentiert sich Massolino’s Nebbiolo frisch, mit sehr schöner Frucht, guter Säurestruktur und einem typisch jugendlich piemontesischen Biss. Sehr angenehmer Trinkgenuss für Nebbiolo-Liebhaber, die nicht immer gleich die Barolo-Karte ziehen wollen, um einen Trumpf aus dem Piemont im Glas zu haben. 88 Ingo-Punkte.
Château Dauzac 1998
Dunkles Rubinrot schimmert im Glas mit sehr dunklem Kern. In der Nase Anklänge von klassischem Holz, ein Hauch Minze, dann Kirsche, etwas Süßholz. Vielleicht etwas parfümiert wirkend. Dann Eukalyptus. Hohe Typizität, kraftvoll, dicht, jedoch nicht aufdringlich. Zum Trinkschnuppern.
Am Gaumen mit animierender Frucht, einer guten, mürben Tanninstruktur. Etwas rauchig in seiner ersten Reife erscheinend. Dann wieder Kirsche, Beerenkonfit. Fruchtig, knochentrocken, jedoch ausgewogen und durchaus elegant wirkend. Schöne Säurestruktur.
Auch das Finale ist rund, von der Fruchtigkeit getragen, zeigt noch Potential für weitere Jahre. Sehr schön. 90+ Ingo-Punkte.
Brolio - Castello di Brolio Chianti Classico DOCG trocken Jg. 2004
Chianti, wie er Spaß macht! Funkelndes Rubinrot im Glas. In der Nase ein intensives Aromenspektrum von Holunderbeere, Süßholz, Blaubeere, ein Hauch Vanille. Leicht ätherisch wirkend. Sehr vielschichtig, sehr schön zum Schnuppern.
Am Gaumen kraftvoll, jedoch elegant, finessenreich, beerig. Komplex, mit einer sich sehr schön in das Gesamtbild integrierenden Tanninstruktur, schöne Sangiovese Säurestruktur. Ein toller Saft, der Spaß macht.
Auch im Finale lang, beerig, überzeugend. 91+ Ingo-Punkte.
CU
Der Jahreswechsel ist vollbracht. Zeit für gute Vorsätze? So lange es nicht mit vinophiler Abstinenz zu tun hat…
Notizen liegen hier noch einige. Doch der Weinschreiber macht dieses Jahr mal den Anfang mit Spanien. Nicht unbedingt typisch für Weinschreibers Weinkeller. Aber dieses Exemplar würde er sich kistenweise in den Keller legen, wenn er a) im Lotto gewonnen und b) der Wein noch zu bekommen wäre. Richtig guter Stoff war das!
Bodegas Vega Sicilia: Pintia 2003
Der erste Pintia, eine Produktionslinie des wohl bekanntesten Top-Wein Produzenten Spaniens, der Bodegas Vega Sicilia, kam 2001 auf den Markt und konnte in der Weinszene direkt überzeugen. Chefönologe Xavier Ausas erzeugte 2003 von dem reinsortigen Tinto Fino (Tempranillo) 135.000 Flaschen. Jetzt noch eine davon zu bekommen, ist schwer. Zu gut ist das, was man für sein Geld bekommt: Große spanische Winzerkunst!
Der Ausbau erfolgt über 13 Monate zu 70 % in französischen, zu 30 % in amerikanischen Barriques. In der Nase präsentiert sich der tiefrote, fast schwarze Wein ungemein dicht, komplex, opulent. Aromen von Waldboden, nassem Laub, dunklen Beeren, Süßholz machen sich breit. Lakritz, schwarze, süße Johannisbeere, Kohle, feinster Holzeinsatz sind ebenso dabei.
Am Gaumen dann zeigt sich der Pintia wieder sehr dicht, kraftvoll und komplex. Leicht pelzig, feinste mürbe Tannine, toller Biss. Die fast 15% vol. Alkohol sind zwar deutlich vorhanden, jedoch sehr angenehm in das Gesamtbild des Weins integriert. Aromen von Biskuit, Amarenakirsche, kandierten Beeren, dunkler Schokolade. Leicht erdig in seiner Struktur.
Auch der Abgang kann voll überzeugen: Opulent, elegant, noch jugendlich. Die mürben Tannine melden sich bis zum Schluss. Sehr rund und ausgewogen – schlichtweg ein toller Wein mit dem Zeug zum Großen!
94+ Ingo-Punkte.
Theme copyright © 2002–2012 Mike Little
[powered by WordPress.]
Suche:
Bodegas Valdemar:
Die Bodegas Valdemar ist ein alt eingesessener Familienbetrieb. Seine Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1889. Der heutige Besitzer, Jesus Martinez Bujanda, leitet das Weingut gemeinsam mit seinen Kindern Ana und Carlos. Und dies auch sehr erfolgreich, wie der aktuelle Wein der Woche beweist.
Mehr
Foren
Gastro- und Genuss-Blogs
Wein-Blogs
Wein-Blogs international
Weitere Blogs
28 queries. 1.652 seconds