Und wieder geht es beim Weinschreiber um einen Italiener. Und wieder handelt es sich bei dem vorliegenden Wein um einen richtig gut gelungenen Vertreter seiner Region. Auch wenn sich das ursprünglich in (fast) der gesamten Weinwelt als Jahrhundertjahrgang eingestufte Jahr 2003 zwischenzeitlich als wesentlich schwieriger erweist. Das Hitzejahr ist auch an den Weinen in Montalcino nicht spurlos vorüber gegangen. Überreife Frucht, deutlich spürbarer, austrocknender Alkohol und raue Tannine sind oft die Folge der extremen Witterungsbedingungen. Winzer, die ihr Handwerk verstehen, konnten allerdings hervorragende Weine produzieren. Ergebnis sind Kreszenzen mit opulenter Frucht, süßen Tanninen und viel Schmelz. Auch der hier vorgestellte Wein zeigt, dass der Winzer das Weinmachen versteht.
Brunello di Montalcino DOCG 2003
Capanna di Cencioni, Montalcino (Toskana)
Patrizio Cencioni, verantwortlich für die Weine von Capanna, baut seine Rotweine in klassischen großen Holzfässern aus slowenischer Eiche aus. Daraus entstand mit dem Jahrgang 2003 ein charaktervoller, authentischer Sangiovese Grosso, der sich in der Nase klassisch herb, mit Aromen von Pflaume, Heidelbeere, Kakao sowie floralen Nuancen präsentiert. Fast marmeladige Süße. Dann auch feinwürzig, jedoch mit deutlicher Handschrift des Hitzejahres, opulent, konzentriert, nicht aber fett. Die 14,5% vol. Alkohol sind natürlich deutlich spürbar, wirken jedoch nicht aufdringlich.
Am Gaumen dann wuchtig, konzentriert, mit perfekt integrierter Säurestruktur und feinen Gerbstoffen. Auch in Finale versteht der Brunello durch opulent fruchtige Länge voll zu überzeugen.
Bei diesem Sangiovese handelt es sich um einen Wein, der erstaunlich langlebig wirkt und sicher noch lange Zeit Freude bereiten wird. Gut gemacht, mit feiner Hand vinifiziert, bereitet der Capanna viel Trinkfreude bei Freunden italienischer Rotweine. 90 Ingo-Punkte.
CU
Wenn ein australischer Winzer in den letzten Jahren für Furore gesorgt hat, dann dürfte wohl kein Zweifel darüber herrschen, dass es sich hierbei um Ben Glaetzer handelt. Noch keine 30 Jahre alt wird er allenthalben als „Shooting Star“ der Szene gehandelt. Sein Aushängeschild ist der Shiraz Amon Ra, benannt nach dem König aller Götter in der ägyptischen Mythologie, in dessen Tempel der kommerzielle Weinbau seinen Ursprung haben soll. Der dort angebaute Wein sollte die Besucher des Tempels glücklich machen. Und mit seinen Weinen versucht Glaetzer einige tausend Jahre später im Grundsatz das Gleiche. Grund genug also für den Weinschreiber, den König der Glaetzer’schen Weinmanufaktur einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Glaetzer Amon Ra Shiraz 2006
Der Wein ist der Beweis dafür, dass es die Weinfarbe Pechschwarz tatsächlich gibt. Da geht nichts durch, kein Tageslicht, keine Lampe, möglicherweise schafft es ja ein Röntgenapparat. Die Schlieren am Glasrand lassen die Opulenz schon früh erkennen. Und die Nase bestätigt, was das Auge erahnen ließ: Opulenz satt! Aromen schwarzer Beeren, süßer Kirschen, Gewürzen, Tabak, Süßholz. Blind als Shiraz zu erkennen. Pflaume, Vanille und Graphit gesellen sich hinzu. Gekochte Beeren. Nach einem Tag (!) in der Karaffe immer noch eine Wuchtbrumme. Dass 14,5% vol. zu solcher Intensität fähig sind, geht nur in Übersee.
Am Gaumen mit intensiver Beerigkeit, einer Shiraz typischen Würzigkeit, pfeffrig, schmelzig, wuchtig. Die Tannine sind noch deutlich vorhanden, eine noch jugendlich ungestüme Säurestruktur verhindert, dass der Wein ein Fall für das Frühstückbrötchen wird. Enorm, was sich da im Mund abspielt.
Auch der Abgang ist lang, beerig, intensiv. Ein Kraftpaket, welches in den nächsten Jahren getrost im Weinkeller vergessen werden darf. Es sei denn, man weiß schon eine Woche vorher, dass der Wein auf den Tisch soll. Denn diese Zeit wird der Amon Ra sicher fordern, um schon heute ein gewisses Trinkvergnügen zu bereiten. Ansonsten lautet die Devise: Aus der Flasche nicht vor 2015. Und trinken können wird man diesen Wein sicher noch die nächsten 15 Jahre. Die 97-100/100 von Parker sind wohl auf die Vorliebe des Weinpapstes auf fette Wuchtbrummen zurückzuführen. Der Weinschreiber gibt 93+ Ingo-Punkte.
CU
Dass der Weinschreiber eine Vorliebe für italienische Weine hat, dürfte dem einen oder anderen interessierten Leser bereits aufgefallen sein. Und da kommt es nicht überraschend, dass auch der aktuelle Wein aus Italien stammt. Dieses Mal jedoch nicht aus dem Piemont oder der Toskana, sondern aus der Region Trentino, also aus den Norden des Landes. Denn auch hier gedeihen wirklich bemerkenswerte Weine – wie der aktuelle Tropfen beweist.
Elisabetta Foradori darf man mittlerweile sicher getrost als eine der absoluten italienischen Star-Winzerinnen betrachten. Die nach bio-dynamischen Richtlinien arbeitende Winzerin hat sich vor allem auf die Wiederbelebung der einheimischen Teroldego konzentriert. Diese Sorte ist mengenmäßig eher eine Randerscheinung. Qualitativ jedoch kann sie Spitzenweine eigenständiger Herkunft erbringen. So auch bei diesem Wein, zu dessen Namen eingedeutscht das Sprichwort „Nomen est Omen“ passen könnte
Elisabetta Foradori: Granato 2004
Eingefleischten Weinliebhabern mit dem Hang zu italienischen Kreszenzen ist dieser Wein schon lange ein Begriff. Regelmäßig sorgt der im kleinen Eichenfass ausgebaute Spitzenwein Foradoris für Furore. Und gerade der Jahrgang 2004 weiß hier besonders hervor zu stechen:
In dichtem Purpurrot, fast schwarz schimmert der Wein im Glas. In der Nase macht sich ein unglaublich komplexes Bouquet breit. Blaubeere, Kirsche, rote Beeren, getrocknete Kräuter, feine Vanillenote, Röstaromen, Teer, Graphit. Sehr konzentriert, sehr komplex.
Am Gaumen dann wieder sehr konzentriert, saftig, mit feiner Mineralik, bereits wunderbar eingebundenen Tanninen. Wieder die Kombination aus schwarzen und roten Beeren, feine Würze, fast orientalisch anmutend, sehr schönem Schmelz, mit enormer Länge.
Ohne Übertreibung darf der Granato zu den absoluten Spitzenweinen Italiens gezählt werden. Wer den Wein im Keller liegen hat, kann sich glücklich schätzen, wer nicht, sollte Freundschaft mit denen schließen, die zur erstgenannten Gruppe zählen. Denn verpassen sollte man diesen Tropfen nicht. 94+ Ingo-Punkte.
CU
Folgender Kommentar ist nach dem gleichen Strickmuster gebaut, wie viele andere auch, die beim Weinschreiber NICHT zur Veröffentlichung kommen:
guten tag,
durch einen zufall haben wir ihren feinen blog entdeckt da wir (XXXXX = XXXXX der XXXXX) uns mit gastro-news/themen befassen, werden wir bestimmt noch oft ihren blog besuchen und news auf www.blablabla.de veröffentlichen
vielen dank
XXXXX
Erstens mag es der Weinschreiber gar nicht, wenn ungefragt Weinschreibers Notizen ohne dessen Einverständnis einfach in fremde News gepackt werden. Zweitens mag esw der Weinschreiber gar nicht, wenn Kommentare ohne Namen, sondern nur mit der X-ten Nennung des Firmennamens unterzeichnet werden. Drittens mag es der Weinschreiber gar nicht, wenn Kommentare dieser Art auch noch dermaßen dilettantisch aufgesetzt sind. Eine namentliche Nennung des Adressaten ist mit den heutigen technischen Mitteln kein Zauberwerk mehr.
Wenn schon Spam, dann doch bitte mit Stil.
CU
Nittardi ist den Lesern des Weinschreibers bis dato nur durch den göttlichen Trunk „Nectar Dei” ein Begriff. Der 2005er Jahrgang dieses gelungenen Paradeweins zeigte deutlich auf, dass die Fattoria Nittardi den Umgang mit den Reben hervorragend beherrscht. Und auch mit dem folgenden Wein zeigt Stefania Canali, dass sie das Winzerhandwerk bestens versteht.
Chianti Classico Casanuova di Nittardi 2007
„Casanuova di Nittardi, die Annata der Fattoria, wächst in 450 m Höhe im goldenen Dreieck zwischen Panzano, San Donato und Castellina in Chianti. Neben dem klassischen Etikett gibt es Casanuova di Nittardi seit 26 Jahren in limitierter Auflage mit Künstleretikett und Einschlagpapier aus Seide. Das 27. Etikett gestaltete der Zeichner Tomi Ungerer.“ (Quelle: www.nittardi.com)
Purpurrot funkelt der Wein im Glas. In der Nase macht sich der noch jugendliche Charakter des Weins bemerkbar. Doch auch in der sehr frühen Phase präsentiert sich der Classico erstaunlich ausgewogen, elegant. Aromen von reifer Kirsche und Brombeeren werden begleitet durch zart rauchige Noten, frisch geschnittenen Zweigen, frischen Gewürzen, Kamille, jedoch auch Graphit. Leicht floral wirkend, von schöner Typizität.
Am Gaumen präsentiert sich der Casanuova di Nittardi charmant, rund und ausgewogen. Der Wein besitzt ein sehr schönes Säuregerüst. Tolle, animierende Frucht, Sauerkirsche, dann auch süßbeerig, reif, auch roter Tee, mit hervorragend integrierten, weichen Tanninen. Erstaunlich gut anzutrinken! Die Zugabe von 5% Canaiolo machen ihn geschmeidiger und eleganter. Der sechsmonatige Ausbau in französischen Barriques unterstützt die Struktur des Weins, ohne dabei aufdringlich zu wirken.
Auch im Abgang kann der Nittardi voll überzeugen: Von der frischen Fruchtigkeit getragen, durch die sehr gute Säurestruktur gestützt, animiert der Wein geradezu zum Öffnen der nächsten Flasche.
Alles in allem versteht es der Casanuova di Nittardi mit seinem Zusammenspiel aus Frucht, Säure und Gerbstoff die Vorzüge der Sangiovese aufzuzeigen. Ein toller Vertreter der Chianti Classico, „Maul füllend“, animierend, mit toller Länge. 91+ Ingo-Punkte.
CU
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Bodegas Valdemar:
Die Bodegas Valdemar ist ein alt eingesessener Familienbetrieb. Seine Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1889. Der heutige Besitzer, Jesus Martinez Bujanda, leitet das Weingut gemeinsam mit seinen Kindern Ana und Carlos. Und dies auch sehr erfolgreich, wie der aktuelle Wein der Woche beweist.
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