Wenn ein australischer Winzer in den letzten Jahren für Furore gesorgt hat, dann dürfte wohl kein Zweifel darüber herrschen, dass es sich hierbei um Ben Glaetzer handelt. Noch keine 30 Jahre alt wird er allenthalben als „Shooting Star“ der Szene gehandelt. Sein Aushängeschild ist der Shiraz Amon Ra, benannt nach dem König aller Götter in der ägyptischen Mythologie, in dessen Tempel der kommerzielle Weinbau seinen Ursprung haben soll. Der dort angebaute Wein sollte die Besucher des Tempels glücklich machen. Und mit seinen Weinen versucht Glaetzer einige tausend Jahre später im Grundsatz das Gleiche. Grund genug also für den Weinschreiber, den König der Glaetzer’schen Weinmanufaktur einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Glaetzer Amon Ra Shiraz 2006
Der Wein ist der Beweis dafür, dass es die Weinfarbe Pechschwarz tatsächlich gibt. Da geht nichts durch, kein Tageslicht, keine Lampe, möglicherweise schafft es ja ein Röntgenapparat. Die Schlieren am Glasrand lassen die Opulenz schon früh erkennen. Und die Nase bestätigt, was das Auge erahnen ließ: Opulenz satt! Aromen schwarzer Beeren, süßer Kirschen, Gewürzen, Tabak, Süßholz. Blind als Shiraz zu erkennen. Pflaume, Vanille und Graphit gesellen sich hinzu. Gekochte Beeren. Nach einem Tag (!) in der Karaffe immer noch eine Wuchtbrumme. Dass 14,5% vol. zu solcher Intensität fähig sind, geht nur in Übersee.
Am Gaumen mit intensiver Beerigkeit, einer Shiraz typischen Würzigkeit, pfeffrig, schmelzig, wuchtig. Die Tannine sind noch deutlich vorhanden, eine noch jugendlich ungestüme Säurestruktur verhindert, dass der Wein ein Fall für das Frühstückbrötchen wird. Enorm, was sich da im Mund abspielt.
Auch der Abgang ist lang, beerig, intensiv. Ein Kraftpaket, welches in den nächsten Jahren getrost im Weinkeller vergessen werden darf. Es sei denn, man weiß schon eine Woche vorher, dass der Wein auf den Tisch soll. Denn diese Zeit wird der Amon Ra sicher fordern, um schon heute ein gewisses Trinkvergnügen zu bereiten. Ansonsten lautet die Devise: Aus der Flasche nicht vor 2015. Und trinken können wird man diesen Wein sicher noch die nächsten 15 Jahre. Die 97-100/100 von Parker sind wohl auf die Vorliebe des Weinpapstes auf fette Wuchtbrummen zurückzuführen. Der Weinschreiber gibt 93+ Ingo-Punkte.
CU
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Die Bodegas Valdemar ist ein alt eingesessener Familienbetrieb. Seine Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1889. Der heutige Besitzer, Jesus Martinez Bujanda, leitet das Weingut gemeinsam mit seinen Kindern Ana und Carlos. Und dies auch sehr erfolgreich, wie der aktuelle Wein der Woche beweist.
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