
Was war das für eine Enttäuschung! Mouton ohne Ende. Leider nicht mengenmäßig, sondern vom Abgang her. Da musste dann doch noch etwas Vernünftiges ins Glas. Zumindest ließ der Wein eine gewisse Erwartungshaltung zu. Denn Weinschreibers bisherige Erfahrungen mit dem Château waren mehrheitlich äußerst positiv. Und auch der Jahrgang 1998 sollte da keine Ausnahme bilden.
Château Pichon Longueville Baron 1998, Pauillac, 2ème Cru
Das Château liegt in der Weinbauregion Bordeaux und hier in der Appellation Pauillac, also der gleichen, aus der auch der Mouton Rothschild kam. Seinen Zusatz Baron erhielt es seinerzeit, um sich von seinem Nachbarn Pichon Comtesse de Lalande besser unterscheiden zu können. Bei der Klassifizierung von 1855 wurde Pichon Baron als Deuxième Grand Cru Classé eingestuft. Seine Weinberge grenzen zu einem großen Teil am Weinberg von Château Latour. Jacques de Pichon, Baron von Longueville, baute das Weingut im 18. Jahrhundert auf. Das beeindruckende Gemäuer verdankt das Château Raoul von Pichon Longueville. 1988 aufwändig restauriert, wurde nach einer gewissen qualitativen Dürreperiode auch wieder intensiv in die Weinerzeugung investiert. Eine der sicher besseren Investitionen war hierbei das Engagement von Jean-Michel Cazes vom Château Lynch Bages. Dieser führte Pichon Baron in den 90er Jahren an die erweiterte Spitze der Bordelaiser Weinerzeuger und produzierte wieder typische Vertreter der Appellation Pauillac. So auch den 1998er Jahrgang, den der Weinschreiber in sehr guter Erinnerung behält:
Sehr dicht in der Farbe. In der Nase macht sich gleich eine geradezu explodierende Frucht breit: Cassis, reife dunkle Beeren, feine Noten von Zigarrenkiste, Kaffe, Schokolade. Sehr schön gereift, intensiv, aristokratisch. Ein wunderbares Aromenspiel, reich, komplex und doch sehr charmant. Eine Nase zum Verlieben.
Am Gaumen mit sehr schön reifer Frucht, feiner süßbeerigen Aromatik, wunderbar integrierten Tanninen und einer eleganten Säurestruktur. Sehr komplex, vielschichhtig, nachhaltig, dabei gleichzeitig fast weich. Der Abgang wird von einer elegant reifen Frucht dominiert, ist lang, rund und intensiv. Ein tolles Weinerlebnis. 93 Ingo-Punkte.
CU
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Die Bodegas Valdemar ist ein alt eingesessener Familienbetrieb. Seine Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1889. Der heutige Besitzer, Jesus Martinez Bujanda, leitet das Weingut gemeinsam mit seinen Kindern Ana und Carlos. Und dies auch sehr erfolgreich, wie der aktuelle Wein der Woche beweist.
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