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Der Weinschreiber hat die Petition schon unterschrieben. Denn der politische Irrsinn hat eine neue Dimension erreicht. Zumindest im Dunstkreis des Rheinland-Pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck. Es ist schlichtweg unfassbar, wie ignorant Entscheidungsträger an Projekten festhalten, selbst wenn diese nachweislich keinerlei positiven wirtschaftlichen Auswirkungen für alle Beteiligten haben. Doch worum geht es eigentlich?
Ein in den 60er Jahren zunächst als Autobahn A60 zur Verbindung der amerikanischen Militärflugplätze Spangdahlem, Hahn und Ramstein geplantes Bauvorhaben wurde mangels ausreichender Verkehrserwartung in den 80ern zur Bundesstraße (B 50 neu) heruntergestuft. Doch der Plan eines Hochmoselübergangs, also einer monströsen Brücke quer über das Moseltal, wurde trotzdem nicht begraben. Im Gegenteil: Nun soll die Brücke noch höher und länger ausfallen: 160 x 1700 Meter statt 144 x 1500 Meter. Zusätzlich sind noch entsprechende neue Anbindungen an die Brücke geplant, so dass das Moseltal durch dieses Bauprojekt nachhaltigen Schaden nehmen würde.
Einen wirtschaftlichen Nutzen dieser neuen Strecke gibt es - mittlerweile - nicht mehr. In der Zwischenzeit sind alternative Routen geplant und auch verwirklicht worden, insbesondere die Rheinschiene (A 61) und die Autobahnstrecke Bitburg-Trier-Kaiserslautern (A1/A62), so dass der Hochmoselübergang für diese Strecken mittlerweile als Umweg gelten muss. Das hält den Landesvater und seine Zuarbeiter jedoch nicht davon ab, trotzdem an diesem Bauwahnsinn festzuhalten. Welche Gründe hier wirklich eine Rolle spielen, bleibt im Unklaren. Die verantwortliche Lobby scheint an dieser Stelle auf jeden Fall bisher hervorragende Arbeit geleistet zu haben.
Normalerweise versucht der Weinschreiber, absolut unpolitisch zu sein. Doch bei diesem Wahnsinn geht es nicht mehr um Parteien. Hier geht es um den Irrsinn, den wenige Personen zu verantworten haben und somit ein wichtiges Stück Kulturlandschaft zerstören, was uns allen gehört. Dass dieses Bauvorhaben auch erhebliche Auswirkungen auf den deutschen Weinbau haben wird, zeigt das Bild weiter unten. Einige der besten Mosellagen werden durch die Brücke und die Zufahrtsstraßen nachhaltig beschädigt, wenn nicht gar ganz zerstört. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Hier geht es um zum Teil 2000 Jahre alte Weinberge von Weltruf. Aber der kulturelle Faktor scheint bei der Entscheidungsfindung des Ministerpräsidenten Beck eine nachgelagerte Priorität zu besitzen. Hoffentlich erinnern sich die Wählerinnen und Wähler bei der nächsten Landtagswahl an seine Art der Landesverwaltung.

Leider recht schwer zu erkennen. Der rote Strich zeigt das geplante Bauvorhaben - mitten durch Weinlagen von Weltruf. Unfassbar…
Weitere Informationen zum Bauprojekt finden Sie hier.
Zur Petition bitte hier klicken.
CU
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8. April 2010 um 11:37 Uhr
Hi Ingo,
Ich habe in einer Mail an unsere Weinrunde (Ca. 30 Personen)
auf Deinen Artikel aufmerksam gemacht und hoffe das sich viele der Petition anschließen.
Diese Drecksbrücke darf nicht gebaut werden!
Mit Tränen der hilflosen Wut in den Augen
JoSch
8. April 2010 um 12:19 Uhr
Hallo Joachim,
vielen Dank für Deine Unterstützung! Vielleicht haben wir ja noch eine Chance, diesen Schwachsinn zu stoppen!
Viele Grüße
Ingo
8. April 2010 um 15:13 Uhr
Hi Ingo,
klasse, dass Du dich hier so engagierst! Sehr schönes Blog!!
Habe die Petition eben unterzeichnet… hoffentlich klappts!
Viele Grüße
Michael
9. April 2010 um 07:58 Uhr
Hallo Michael,
vielen Dank für Deine Unterstützung und für Deine Bewertung meines Blogs! Kankuna ist aber auch sehr schön: Ich habe die Seite meiner Linkliste zugefügt.
Viele Grüße
Ingo
7. Juli 2010 um 07:50 Uhr
Es ist doch so mit dre Brücke. Der, der direkt dort wohnt, ist gegen die Brücke. Vielleicht sieht sie auch nicht so toll aus. Und ob es die Weinlagen beeinträchtigt, ist ja auch nicht 100% klar.
Ich bin vom Hunsrück und für den Hochmoselübergang. Es ist doch eine Erleichterung, wenn man sich nicht jeden Morgen durch das Moseltal quälen muss, besonders hinter den ganzen LKWs die vom Hunsrück Mülheim runter fahren müssen. Man kommt viel entspannter richtung Wittlich. Vor allem im Berufsverkehr ist Bernkastel-Kues zur Rushhour überfüllt.
Der Hochmoselübergang hat nicht nur schlechte Seiten. Bei so einem Projekt muss man auch mal über den Rand gucken, und nicht nur in den Weinkeller
Viele Grüße
7. Juli 2010 um 08:39 Uhr
Hallo “NAME”,
normalerweise werden anonyme Kommentare ja vom Weinschreiber gelöscht. Aber da dieser Kommentar ja konstrukti ist, lässt er es mal heute sein.
Du schreibst, “(…) ob es die Weinlagen beeinträchtigt, ist ja auch nicht 100% klar.(…)” Leider ist es aber ziemlich wahrscheinlich, dass der Bau der Brücke negative Auswirkungen auf den Weinbau haben wird.
Der Verkehr durch das Moseltal ist aus meinen bisherigen Erfahrungen absolut in Ordnung. Da lade ich Dich mal ins Ruhrgebiet ein. Da wirst Du Dich wieder nach dem Moseltal sehnen
7. September 2011 um 07:36 Uhr
Irgendwann werden wir schnell und problemlos überall hinkommen ( dank ständig neuer Straßen), aber es wird sich dann wohl nicht mehr lohnen dort anzukommen.
Und was keiner bedenkt, in ganz Europa gehen die Bevölkerungszahlen zurück. Der Verkehr wird dann auch zurückgehen, aber wir müssen dann das ganze Verkehrsnetz unterhalten, wo wir doch ohnehin schon fast pleite sind.