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Das Weinparlament

7. April 2010

Hochmoselübergang: Wer stoppt endlich diesen Wahnsinn?

Autor: | Zeit: 18:46 Uhr | Rubrik: Wein, Der alltägliche Wahnsinn

ACHTUNG!!! +++ WICHTIG!!! +++ HELFEN SIE MIT!!! +++ ACHTUNG!!!

Der Weinschreiber hat die Petition schon unterschrieben. Denn der politische Irrsinn hat eine neue Dimension erreicht. Zumindest im Dunstkreis des Rheinland-Pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck. Es ist schlichtweg unfassbar, wie ignorant Entscheidungsträger an Projekten festhalten, selbst wenn diese nachweislich keinerlei positiven wirtschaftlichen Auswirkungen für alle Beteiligten haben. Doch worum geht es eigentlich?

 
Ein in den 60er Jahren zunächst als Autobahn A60 zur Verbindung der amerikanischen Militärflugplätze Spangdahlem, Hahn und Ramstein geplantes Bauvorhaben wurde mangels ausreichender Verkehrserwartung in den 80ern zur Bundesstraße (B 50 neu) heruntergestuft. Doch der Plan eines Hochmoselübergangs, also einer monströsen Brücke quer über das Moseltal, wurde trotzdem nicht begraben. Im Gegenteil: Nun soll die Brücke noch höher und länger ausfallen: 160 x 1700 Meter statt 144 x 1500 Meter. Zusätzlich sind noch entsprechende neue Anbindungen an die Brücke geplant, so dass das Moseltal durch dieses Bauprojekt nachhaltigen Schaden nehmen würde.

 
Einen wirtschaftlichen Nutzen dieser neuen Strecke gibt es - mittlerweile - nicht mehr. In der Zwischenzeit sind alternative Routen geplant und auch verwirklicht worden, insbesondere die Rheinschiene (A 61) und die Autobahnstrecke Bitburg-Trier-Kaiserslautern (A1/A62), so dass der Hochmoselübergang für diese Strecken mittlerweile als Umweg gelten muss. Das hält den Landesvater und seine Zuarbeiter jedoch nicht davon ab, trotzdem an diesem Bauwahnsinn festzuhalten. Welche Gründe hier wirklich eine Rolle spielen, bleibt im Unklaren. Die verantwortliche Lobby scheint an dieser Stelle auf jeden Fall bisher hervorragende Arbeit geleistet zu haben.

 
Normalerweise versucht der Weinschreiber, absolut unpolitisch zu sein. Doch bei diesem Wahnsinn geht es nicht mehr um Parteien. Hier geht es um den Irrsinn, den wenige Personen zu verantworten haben und somit ein wichtiges Stück Kulturlandschaft zerstören, was uns allen gehört. Dass dieses Bauvorhaben auch erhebliche Auswirkungen auf den deutschen Weinbau haben wird, zeigt das Bild weiter unten. Einige der besten Mosellagen werden durch die Brücke und die Zufahrtsstraßen nachhaltig beschädigt, wenn nicht gar ganz zerstört. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Hier geht es um zum Teil 2000 Jahre alte Weinberge von Weltruf. Aber der kulturelle Faktor scheint bei der Entscheidungsfindung des Ministerpräsidenten Beck eine nachgelagerte Priorität zu besitzen. Hoffentlich erinnern sich die Wählerinnen und Wähler bei der nächsten Landtagswahl an seine Art der Landesverwaltung.

 
null

 
Leider recht schwer zu erkennen. Der rote Strich zeigt das geplante Bauvorhaben - mitten durch Weinlagen von Weltruf. Unfassbar…

 
Weitere Informationen zum Bauprojekt finden Sie hier.

 
Zur Petition bitte hier klicken.

 
CU

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8 Kommentare to “Hochmoselübergang: Wer stoppt endlich diesen Wahnsinn?”

  1. JoSch schreibt:

    Hi Ingo,
    Ich habe in einer Mail an unsere Weinrunde (Ca. 30 Personen)
    auf Deinen Artikel aufmerksam gemacht und hoffe das sich viele der Petition anschließen.
    Diese Drecksbrücke darf nicht gebaut werden!
    Mit Tränen der hilflosen Wut in den Augen
    JoSch

  2. weinschreiber schreibt:

    Hallo Joachim,
    vielen Dank für Deine Unterstützung! Vielleicht haben wir ja noch eine Chance, diesen Schwachsinn zu stoppen!
    Viele Grüße
    Ingo

  3. Michael schreibt:

    Hi Ingo,

    klasse, dass Du dich hier so engagierst! Sehr schönes Blog!! :-)

    Habe die Petition eben unterzeichnet… hoffentlich klappts!

    Viele Grüße
    Michael

  4. weinschreiber schreibt:

    Hallo Michael,
    vielen Dank für Deine Unterstützung und für Deine Bewertung meines Blogs! Kankuna ist aber auch sehr schön: Ich habe die Seite meiner Linkliste zugefügt.
    Viele Grüße
    Ingo

  5. Name schreibt:

    Es ist doch so mit dre Brücke. Der, der direkt dort wohnt, ist gegen die Brücke. Vielleicht sieht sie auch nicht so toll aus. Und ob es die Weinlagen beeinträchtigt, ist ja auch nicht 100% klar.
    Ich bin vom Hunsrück und für den Hochmoselübergang. Es ist doch eine Erleichterung, wenn man sich nicht jeden Morgen durch das Moseltal quälen muss, besonders hinter den ganzen LKWs die vom Hunsrück Mülheim runter fahren müssen. Man kommt viel entspannter richtung Wittlich. Vor allem im Berufsverkehr ist Bernkastel-Kues zur Rushhour überfüllt.
    Der Hochmoselübergang hat nicht nur schlechte Seiten. Bei so einem Projekt muss man auch mal über den Rand gucken, und nicht nur in den Weinkeller ;)
    Viele Grüße

  6. weinschreiber schreibt:

    Hallo “NAME”,
    normalerweise werden anonyme Kommentare ja vom Weinschreiber gelöscht. Aber da dieser Kommentar ja konstrukti ist, lässt er es mal heute sein.
    Du schreibst, “(…) ob es die Weinlagen beeinträchtigt, ist ja auch nicht 100% klar.(…)” Leider ist es aber ziemlich wahrscheinlich, dass der Bau der Brücke negative Auswirkungen auf den Weinbau haben wird.
    Der Verkehr durch das Moseltal ist aus meinen bisherigen Erfahrungen absolut in Ordnung. Da lade ich Dich mal ins Ruhrgebiet ein. Da wirst Du Dich wieder nach dem Moseltal sehnen ;-)

  7. Udo Thiem schreibt:

    Irgendwann werden wir schnell und problemlos überall hinkommen ( dank ständig neuer Straßen), aber es wird sich dann wohl nicht mehr lohnen dort anzukommen.
    Und was keiner bedenkt, in ganz Europa gehen die Bevölkerungszahlen zurück. Der Verkehr wird dann auch zurückgehen, aber wir müssen dann das ganze Verkehrsnetz unterhalten, wo wir doch ohnehin schon fast pleite sind.

  8. Harald Enders schreibt:

    Hallo,

    ich wohne in Bitburg, fahre oft an die Mosel und bin ein Befürworter des Hochmoselübergangs.

    Die Eifel hat die geringste Bevölkerungsdichte in Rheinland-Pfalz, weil sie nur eine sehr begrenzte Zahl von Arbeitsplätzen anbietet. Fast alle meine Mitschüler sind nach dem Studium irgendwo anders in Deutschland gelandet.
    Die Ursache ist meiner Meinung nach darin zu suchen, dass z.B. der Eifelkreis abseits aller Hauptverkehrsverbindungen liegt. In vergangenen Jahrhunderten lag das auch an der schwierigen Topographie. Mit dem Hochmoselübergang verkürzt sich mein Weg nach Mainz, zur Rheinschiene oder zum Flugplatz Hahn um 25 Minuten. Ich schätze das Moseltal und den Moselwein sehr, aber wenn man mal vom Hunsrück bis nach Wittlich hinter einem Lastzug hergezockelt ist, hat man auch Sehnsucht nach dem Hochmoselübergang.
    Das Ahrtal profitiert nach meiner Meinung sehr von der guten Anbindung an die A61. Neben den Nachteilen wird das Moseltal auch Vorteile durch die bessere Erreichbarkeit haben.
    Ich habe die Baustrecke auf dem Hunsrücksporn besichtigt: nur an der Brücke wird es eine Sichtbeziehung zum Moseltal geben.

    Meine Erwartung: Alles wird gut werden!

    Schöne Grüße
    Harald Enders

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