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Das Weinparlament

19. August 2010

Moselaner Winzerkunst: Werner Rosch und der Jahrgang 2009

Autor: | Zeit: 17:58 Uhr | Rubrik: Wein

Weinschreiber links, Werner Rosch rechts, Partnerlook Zufall! Dass der Jahrgang 2009 in Deutschland vinophil zu den besten seit Beginn der Weinaufzeichnungen gehört, dürfte mittlerweile keine wirkliche Neuheit mehr sein. Die Großen oder Ersten Gewächse sind noch nicht mal auf dem Markt, da überschlagen sich schon die Lobhudeleien um die Rieslinge aus der Hand deutscher Weinmacher.

Die Komplexität des Jahrgangs filigran und doch nachhaltig in die Flasche zu bringen, ist aber auch in solch dankbaren Jahrgängen der Grad, der die Spreu vom Weizen trennt. Ein Winzer, der diese Kunst hervorragend beherrscht, ist Werner Rosch vom Leiwener Weingut Josef Rosch.

Der Weinschreiber nutzte die Gelegenheit und besuchte das Weingut während eines Kurztrips nach Trier. Gott sei Dank konnte sich Werner Rosch trotz sehr kurzfristiger Anfrage etwas Zeit frei schaufeln und so stand einer Verkostung seiner Weine nichts mehr im Wege.

Genauere Aufzeichnungen fehlen dem Weinschreiber. Doch bei Roschs Rieslingen lässt sich eines quer durch die Bank festhalten: Sie sind schlichtweg genial! Angefangen beim einfachen Riesling trocken Leiwener Klostergarten bis hin zu Riesling Spätlese *** Trittenheimer Apotheke zeigten sämtliche Weine einen tollen Charakter, waren bei aller Komplexität in ihrer Art filigran, geradezu verspielt und animierten dazu, das Glas erneut zu füllen. Hier spielt eher die Violine als der Kontrabass. Erfreulich sind auch die niedrigen Alkoholgrade: Kaum ein Wein liegt über 12% vol., die Spätlese trocken *** Selection J.R. bei 12,8% vol.. Die 1. Lage Trittenheimer Apotheke „Laurentiusberg“ mit ihren 13,5% vol. bildet da fast schon eine extreme Ausnahme nach oben – und reiht sich doch in die Charakteristik der anderen Rieslinge ein.

Weingut RoschAuch bei den fruchtigen Weinen kann Rosch voll überzeugen: Auch wenn nur der Kabinett sowie die Spätlesen verkostet werden konnten, zeigen sie doch, dass Werner Rosch es wunderbar versteht, Süße, Frucht und Säurespiel zu einem großartigen Ganzen zu vereinen. Dem Kabinett nimmt man seine 50,3 g Restsüße kaum ab. Auch die Spätlese Trittenheimer Apotheke mit ihren 87,0 g und die Spätlese Trittenheimer Apotheke *** mit 108,0 g Restzucker wirken überhaupt nicht fett, plump süß oder aufgesetzt – im Gegenteil! Hier greift die Säurestruktur wunderbar ausbalancierend ein und verleiht den Weinen ihren unverwechselbaren Stil.

Alles in allem gehören die Weine von Werner Rosch sicher zu den Gewinnern des Jahrgangs 2009! Sie bieten Trinkspaß auf höchstem Niveau und animieren trotzdem zum zweiten Glas oder – mit Freunden gemeinsam genossen noch viel schöner – vielleicht auch zur zweiten Flasche.

Chapeau!

CU

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