Jeder Weinliebhaber gerät ins Schwärmen, wenn er diesen Namen hört: Brunello. Er zählt neben dem Barolo sicher zu den berühmtesten und auch kostbarsten Weinen Italiens. Strengste Produktionsvorschriften regeln genau die Art und Weise, wie der Wein hergestellt werden darf. So muss er ausschließlich aus der roten Sorte Sangiovese Grosso, einer Spielart der roten Rebsorte Sangiovese, die auch den Namen Brunello trägt, gewonnen werden. Der jährliche Ertrag darf 8.000 Kilogramm pro Hektar nicht überschreiten. Bei rund 2.000 Hektar Rebfläche rund um das auf einem Hügel liegende Dorf Montalcino kommt so vergleichsweise wenig Wein pro Jahr in den Umlauf.
Die Trauben müssen im Anbaugebiet verarbeitet werden. Ein Transport zu einem Trauben verarbeitenden Betrieb außerhalb Montalcinos ist nicht gestattet.
Der Wein darf auch nur in Holzfässern aus Eiche oder Kastanienholz gelagert werden. Und dies mindestens 24 Monate. Reift er insgesamt vier Jahre, ist er ein einfacher Brunello. Erreicht er fünf Jahre Lagerung, wovon sechs Monate in der Flasche vorgeschrieben sind, darf er sich das Riserva Emblem anheften.
Den Mindestalkoholgehalt von 12,5% vol. erreicht der Brunello spielend. In der Regel liegen die Alkoholwerte deutlich über dem Mindestwert und erreichen zwischen 13% und 14,5% vol.
Das Einhalten all dieser Vorschriften wird vom Brunello-Konsortium überprüft.
Und trotz oder gerade wegen dieser strengen Vorschriften erreicht ein guter Brunello di Montalcino in guten Jahren eine Eigenständigkeit von höchster Qualität – wie die drei vorliegenden Weine des aktuellen Jahrgangs 2006 eindrucksvoll belegen.
La Serena Brunello di Montalcino 2006
Andrea und Marcello Mantengoli von der Podere Rasa begannen 1988 mit der Produktion des Brunello und haben zwischenzeitlich das seit 1933 im Familienbesitz befindliche Gut von einem auf 8,5 Hektar ausgebaut. Sie werden vom Önologen Paolo Caciorgna unter anderem auch bei ihrem Vorhaben unterstützt, das Weingut zu einem Bio-Betrieb umzubauen. Mit einer Jahresproduktion von gerade einmal 35.000 Flaschen gehört der ausschließlich auf die Sangiovese setzende Betrieb zu den kleineren Betrieben der Region.
Im Glas zeigt sich der Wein in einem funkelnden Rubinrot, zum Rand dezent ins Orangene übergehend. In der Nase präsentiert sich der Brunello floral, mit rotbeerigen Aromen, Kirsche, Heu, Pfeffer. Feine Mentholaromen sind ebenfalls dabei.
Am Gaumen zeigt sich der Wein süß und vollmundig, mit einer zwar kräftigen, jedoch wunderbar geschliffenen Tanninstruktur, wieder rotbeerig und durch ein perfektes Säurespiel gekennzeichnet. Dann auch Kirsche, Zartbitterschokolade, ein Hauch Vanille. Der Wein ist noch sehr jung, ein Kraftprotz, fleischig, mit einem wunderbar langen Finale. Ein hervorragender Stoff, der hedonistisch mit seinen Vorzügen umzugehen versteht. 96 Ingo-Punkte.
Il Paradiso di Frassina Brunello di Montalcino 2006
IL Paradiso di Frassina liegt ca. 5km südlich von Montalcino, am Fuße des Hügels Montosoli. Der Besitzer, Giancarlo Cignozzi, erwarb das Weingut im Jahr 1999. Er konnte zwar auf einen alten Rebbestand zurückgreifen, jedoch war der Besitz schwer verfallen. Nach umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen hat das Weingut zum alten Glanz zurück gefunden und Cignozzi kann sich seitdem voll seinen Reben widmen. Und dies tut er auf besondere Weise: Seine Rebberge beschallt er regelmäßig mit klassischer Musik. Denn als er das Weingut restaurierte und neue Sangiovese Reben pflanzte fühlte er intuitiv, dass den Weinen vorgespielte Musik gut täte, ihn glücklich und somit das Weingut zu einem besseren Platz mache.
Im Glas schimmert der Wein in einem kräftig funkelnden Rubinrot. Kaum Aufhellung zum Rand hin. Sehr schön anzusehen.
In der Nase zeigt sich der Brunello sehr dicht, komplex, mit Aromen nach Teer, Erde, Unterholz, Leder. Zu Beginn etwas laktisch wirkend, was sich aber im Verlauf der Verkostung verflüchtigen sollte. Dann auch süße Kirsche (Mon Cheri), schokoladig. Ein sich immer wieder verändernder Wein, ungemein spannend!
Am Gaumen machen sich zunächst massig Tannine und eine sehr gute, kräftige Säurestruktur breit. Der Wein hat viel Biss. Aromen von Cassis, feiner Vanille und Veilchen. Ein sehr opulenter Wein, noch sehr jung, jedoch mit Charakter. Und Länge! Ebenfalls 96 Ingo-Punkte.
Capanna Brunello di Montalcino 2006
Das Weingut Capanna befindet sich seit 1957 im Besitz der Familie Cencioni. Es liegt im Norden von Montalcino, im Gebiet rund um Montosoli. Der Önologe Paolo Vagaggini berät das von der Familie betriebene Weingut, welches eine Größe von ca. 20 Hektar besitzt. Die Familie legt besonderen Wert auf die feine Selektion der Trauben, die von Hand gelesen werden. Der Wein wird in Eichenfässern ausgebaut.
Im Glas schimmert der Wein rubinrot, mit ganz dezent auslassendem Rand.
In der Nase zeigt sich der Brunello rauchig, mit Aromen kandierter Orangen, dunkler Beeren. Ein filigraner Powerwein, schon sehr rund und elegant wirkend.
Am Gaumen zeigt sich der Wein in einer eher modernen Machart: Schon sehr rund, zugänglich, mit Aromen von Toffee, süßer Beeren, Kirsche. Kohle und erdige Noten sind auch dabei. Die durchaus kräftige Tanninstruktur ist auch hier hervorragend integriert und unterstützt den warm wirkenden Abgang ideal. 93 Ingo-Punkte.
Das waren die ersten drei Eindrücke des wohl richtig großen Brunello Jahrgangs 2006. Wenn schon die „einfachen“ Brunello derart zu überzeugen wissen, darf man auf die Riserva gespannt sein. Doch ob diese noch so viel besser werden? Der Weinschreiber wird es berichten.
CU
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Die Bodegas Valdemar ist ein alt eingesessener Familienbetrieb. Seine Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1889. Der heutige Besitzer, Jesus Martinez Bujanda, leitet das Weingut gemeinsam mit seinen Kindern Ana und Carlos. Und dies auch sehr erfolgreich, wie der aktuelle Wein der Woche beweist.
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