Der Weinschreiber

 

Der Umgang mit Wein

Farbe, Farbtiefe, Klarheit

Schauen Sie sich an, wie der Wein aussieht! Auch ohne schnuppern und schmecken kann man schon einige Informationen über die Qualität eines Weines erfahren.

Die Farbe

Der Farbton kann Auskunft geben über Rebsorte, Herkunft oder auch Reifegrad. Sieht ein Wein braun aus: Finger weg!!! Dann hat er bereits seit längerem seinen Zenit überschritten!

Kupfer- und Brauntöne am Rand des Glases deuten auf eine beginnende Reife hin. Im Zentrum des Glases mit Sicherheit auch Überreife…

Sieht die Farbe eher purpur aus, deutet das auf einen jungen Wein hin. Allerdings ist dieser Farbton auch typisch für Rebsorten wie Gamay oder Portugieser.

Bernstein und tiefe Goldtöne kann man bei gereiften Weißweinen beobachten, insbesondere bei edelsüßen Weinen.

Farbtiefe

Halten Sie das Glas schräg gegen eine helle Lichtquelle oder einen weißen Hintegrund. Was Sie dann am Rand des Glases erkennen - vorausgesetzt, es ist mit Klarspüler gereinigt - kann über den Körper des Weins eine Menge verraten! Sowohl bei Weiß- als auch bei Rotweinen kann eine gute Farbdichte auf körperreiche und tiefe Weine hindeuten. Die Farbe hängt dabei natürlich auch von der Rebsorte ab. Ein Syrah oder Cabernet Sauvignon sind stets dunkler als beispielsweise ein Pinot Noir. Woher der seinen “schwarzen Namen” hat, ist mir auch schleierhaft…

Bei Weißweinen nimmt die Farbtiefe bei zunehmender Reife eher zu, bei Rotweinen nimmt sie dagegen ab. Eine Oxydation erhöht allerdings die Farbtiefe wieder. Aber das hatten wir schon…

Klarheit

Die klarheit eines Weines erkennen Sie am besten, wenn Sie ihn gegen eine Lichtquelle oder einen weißen Hintergrund halten und vesuchen, durch ihn hindurch zu schauen. Das Spektrum reicht von völlig klar (auch bei dunklen Roten!!!) bis zu völlig trüb. Ist ein Wein trüb, dann nichts wie ab damit in den Ausguss! Der ist nämlich dann hinüber.

Aber bitte verwechseln Sie nicht Trübe und aufgewirbeltes Depot!!! Ein Depot kann auch ein positives Qualitätsmerkmal sein!

Die richtige Temperatur

Die richtige Temperatur für den Genuss eines Weines ist wieder so eine Wissenschaft für sich. Ein schwerer Roter, wie zum Beispiel ein Bordeaux, sollte eher Richtung Zimmertemperatur getrunken werden, derweil leichte Rote mit wenig Tanninen eher kühler getrunken werden sollten. Wobei “Zimmertemperatur” die Temperatur ist, die vor rund zweihundert Jahren in einem Zimmer normal war…

Wissen Sie, was ich darüber denke?

Probieren Sie es selber aus!

Ich trinke Rotwein eher eine Nuance wärmer, Weißwein eher kühler. Warum? Weil sie mir so am besten schmecken! Und genau das werden Sie auch feststellen. Geschmäcker sind dazu da, verschieden zu sein. Und warum sollte diese Regel ausgerechnet beim Wein eine Ausnahme machen?

Für alle diejenigen, die sich trotzdem an Tabellen orientieren wollen, seien folgende Richtwerte genannt:

Volle Rotweine wie z.B. gute, rote Bordeaux 16°C bis 18°C
Leichte, tanninarme Rotweine 14°C bis 16°C
Beste Weißweine, Beaujolais 12°C bis 14°C
Volle, aromatische Weißweine, Portwein, Süßweine, Banyuls, Sherry 10°C bis 12°C
Leichte, frische Weißweine 8°C bis 10°C

Achten Sie darauf, dass sich der Wein bereits beim Einschenken um ca. 1°C bis 2°C erwärmt.

Weinliebhaber haben zum Messen der richtigen Weintemperatur auch das entsprechende Equipment. Ich auch. Ein Thermometer ist eine einfache Sache, um den Wein immer richtig temperiert hinzubekommen.

Weine sind zarte Wesen! Daher geben Sie ihnen auch genügend Zeit, die entsprechenden Temperaturen zu erreichen.

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