Der Weinschreiber

 

Wein der Woche

KW 10
Bodegas Valdemar: Conde de Valdemar Crianza 2005 D.O.C. Rioja
Die Bodegas Valdemar ist ein alt eingesessener Familienbetrieb. Seine Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1889. Der heutige Besitzer, Jesus Martinez Bujanda, leitet das Weingut gemeinsam mit seinen Kindern Ana und Carlos. Und dies auch sehr erfolgreich, wie der aktuelle Wein der Woche beweist.

Die Weine der Bodega werden ausschließlich aus Trauben von eigenen Weinbergen gekeltert. So auch diese Crianza, die mit ihrem Charakter eine sehr schöne Vertreterin der Rioja ist.
In der Nase befinden sich Aromen nach dunklen Waldbeeren, gekochten Früchten, Vanille und herber Schokolade. Balsamisch. Opulent, kraftvoll, rustikal. Aber gleichzeitig sauber, rein, elegant. Eine wirklich gelungene Crianza Qualität.

Am Gaumen zeigt sich der Conde de Valdemar saftig, würzig, mit kräftigen Aromen roter und dunkler Beeren, Kaffee und feinwürzigen Nuancen. Die Tannine sind fein und die Säure unterstützt den Charakter des Weins optimal. Im Finish fruchtig, komplex, kräutig, intensiv. Eine schöne Cuvée aus 90% Tempranillo sowie 10% Mazuelo, die sicher noch die nächsten drei bis fünf Jahre viel Freude bereiten wird. 86 Ingo-Punkte.

 
 


Ende 2009

KW 45
Château Pesquié: Côtes du Ventoux “Les Terrasses” 2007
Auf Château Pesquié in Mormoiron (Appellation Côtes du Ventoux) zeichnet sich Paul Chaudière zusammen mit seinem Sohn verantwortlich für die regional typischen Weine, die der bekannte Weinkritiker unlängst zum Maßstab der Appellation Côtes du Ventoux erklärte. Eine strenge Ertragsregulierung, die Selektion der Trauben sowie völliges Entrappen sorgen für die hohe Qualität der Weine des Gutes, wie der aktuelle Wein der Woche eindrucksvoll bestätigt.

Der Name des Weins ist eine Hommage an die Form des Anbaus der Weinlagen in Terrassenlagen. Die Reben für Les Terrasses liegen auf Höhenlagen von bis zu 300 Metern, gerade einmal 15 Kilometer von der Küste entfernt. So ist eine exzellente Lage für optimale Reife der Trauben garantiert. Zusammen mit der kontrolliert umweltschonenden, hochqualitativen Verarbeitung der Trauben holt Paul Chaudière beste Ergebnisse aus jeder Lese.

Der Wein präsentiert sich in einem funkelnden Rubinrot. In der Nase machen sich Aromen breit von dunklen und roten Früchten, Gewürzen, Pflaume, Johannisbeere. Etwas Lakritze, Süßholz. Dabei erfreulich elegant, rein. Die Cuvée aus 70% Grenache und 30% Syrah mit 14,0% vol. Alkohol entwickelt sich am Gaumen opulent, kraftvoll, ohne dabei jedoch fett oder überladen zu wirken. Die weichen Tannine sind schon sehr gut eingebunden. Im Abgang ist der Wein durch schöne Länge gekennzeichnet, getragen von Frucht und feinwürzigen Nuancen. Der zu einem Drittel im Barrique ausgebaute Wein versteht es, voll zu überzeugen. 88 Ingo-Punkte.

 
 
KW 04
Badet Clement: Cabernet-Merlot Révélation 2007
Weininteressierten Lesern wird der Tropfen sicherlich schon an der einen oder anderen Stelle begegnet worden sein. Denn unlängst erhielt er neben anderen Auszeichnungen auch die des Rotwein des Jahres im großen Rewirpower Weintest 2008. Und dies nicht zu unrecht, wie der Weinschreiber eindrucksvoll erfahren konnte.

Der Wein gehört offiziell zu den einfachen Landweinen und trägt daher das Prädikat „Vin de Pays d’Oc Rouge“. Dass dies jedoch nicht unbedingt auch etwas über die Qualität des Weins aussagt, haben schon andere Weine vor dem Révélation bewiesen. So auch hier: Die Cuvée aus 73% Cabernet Sauvignon und 27% Merlot macht bei einem für das Languedoc recht moderaten Alkoholgehalt von 13,5% vol. richtig Spaß im Glas.

Der Wein erscheint sehr dunkel violett im Glas, der Kern ist schwarz. Kaum Aufhellung zum Rand hin.
In der Nase zeigt sich der Révélation herausfordernd, mit Noten von getoastetem Holz, Vanille, Lakritze, dunkler Schokolade. Leicht rauchig wirkend. Mit der Zeit entwickeln sich zunehmend auch beerige Aromen, schwarze Johannisbeere, Kirsche.
Am Gaumen wirkt der Wein opulent, reichhaltig, mit einer ausgewogenen Struktur. Die Tannine sind schon erstaunlich gut eingebunden. Die Holzaromen werden bis ins angenehme Finish getragen. Ein rundum angenehm zu trinkender Wein zu einem sehr fairpreisigen Kurs von um die 6 Euro.

Das junge Winzerpaar Catherine und Laurent Delaunay hat mit dieser Cuvée bewiesen, dass sich ihr Aufenthalt im kalifornischen Weinbau und die daraus gewonnenen Erfahrungen gelohnt haben. 84 Ingo-Punkte.

 
 
KW 02
Neil Ellis - Werner Näkel: „Z“ of Zwalu Stellenbosch 2004
Neil Ellis und Werner Näkel haben es geschafft, mit dem ‚Z’ einen Wein zu erzeugen, der sich im internationalen Reigen der Spitzenweine sehen lassen kann. Das Joint Venture zwischen den beiden anerkannten Spitzenwinzern entstand spontan bei einer Begegnung während eines Besuchs Näkels in Südafrika. Das Ziel, mit dem „Z“ eine Verbindung zwischen alter und neuer Welt zu schaffen, haben Ellis und Näkel eindrucksvoll realisiert. Der „Z“ gehört sicher zur Spitze aus Stellenbosch, dem wohl renommiertesten Anbaugebiet Südafrikas.

Der fast reinsortige Merlot – nur ein kleiner Teil Cabernet Sauvignon wird der Cuvée beigemischt – besticht schon durch sein Auftreten: Sehr dunkles, ja fast schwarzes Rot ergießt sich ins Glas. Kaum Aufhellung zum Rand hin ist zu vernehmen.

In der Nase erinnert der Wein zunächst fast an einen Burgenländischen Zweigelt: Frischer Tabak, nasse Zweige, Laub. Ein Hauch Zitrusaromen, dann jedoch auch Schokolade, rote Beeren, Blaubeeren. Ein sehr knackiger, junger Wein, dem der Ausbau im Holzfass sicher im Duft nachgewiesen werden kann.

Am Gaumen präsentiert sich der „Z““ sehr saftig, animierend, mit einem tollen Säuregerüst. Die gelungene Tanninstruktur passt sich hervorragend in das elegante Erscheinungsbild des Weins ein. Aromen roter und dunkler Beeren dominieren, dann auch Orange, Liebstöckel. Etwas Holz. Ein frischer Wein mit viel Potential und einem enormen Abgang. Der kann noch richtig zulegen! 92++ Ingo-Punkte.

 
 


Ende 2008

KW 18
Château Monbrison 2002
Das Chateau Monbrison steht mit seiner Stellung als Cru Bourgeois in der Appelation Margaux immer im Schatten der großen Gewächse und wird daher in Deutschland nicht wirklich wahrgenommen. Natürlich wird auch niemand behaupten, ein Monbrison könne es beispielsweise mit einem Chateau Margaux aufnehmen. Aber der Blick auf den Preis beider Weine zeigt auch, dass dies nicht im Fokus der Weinmacher von Monbrison steht. Trotzdem zeigen auch die Weinmacher von Monbrison, dass sie ihr Handwerk verstehen. Das Ergebnis ist ein Wein, der als typischer Vertreter des Bordelais gelten darf.

Der Monbrison 2002 funkelt in dichtem Rubinrot im Glas. In der Nase machen sich beerige Aromen breit, die gepaart sind mit der typischen Charakteristik der Bordelaiser Gewächse, dem Arome von feinem Holz, Vanille und Lakritze. Ein leichter Stallgeruch verfliegt bald. Dann auch Brombeere, Heidelbeere. Ein Wein in einer schönen Reife, fein zu schnuppern.
Am Gaumen präsentiert sich der Monbrison dann mit schönem Schmelz, eher feiner Struktur und eleganter Säurestruktur. Beerige Aromen werden hier begleitet von eleganten Kaffee- und Mokkanoten. Er ist durchaus stoffig und verfügt sicher noch über Potential. Auch im Abgang kann der Wein mit schöner beeriger Länge überzeugen.

Doch der Wein sollte, wenn einmal geöffnet, auch am gleichen Abend genossen werden. Am zweiten Tag zeigte sich, dass der Wein durch zu lange Öffnung nicht zuzulegen vermag. Die Frucht gewinnt zwar an Süße und Opulenz, dies jedoch zu Lasten seiner Kraft an sich. Das macht aber nichts. Ein guter Wein überlebt sowieso nicht ewig. 88 Ingo-Punkte.

 
 
KW 6
Bodegas Juan Manuel Burgos: „Avan Concentración 2004“
Spanien hat einen neuen Weinstern am Genießerhimmel: Die 1999 gegründete Bodega des spanischen Winzers Juan Manuel Burgos. Dabei fing der talentierte Winzer nicht bei Null an. Vielmehr konnte er auf bestehende Reblandschaften aus Familienbesitz zurückgreifen. Ein entscheidender Vorteil, wird doch der vorgestellte Wein aus mindestens vierzig, teilweise jedoch bis zu achtzig Jahre alten Reben gewonnen. Das verleiht dem Wein seinen tiefgründigen Charakter und macht ihn so zum Wein der KW 6.
Der reinsortige Tinta del Pais, bei uns besser bekannt unter seinem Synonym Tempranillo wird von Burgos 16 Monate in französischen Barriques ausgebaut. Das Traubengut für den Avan wird strengstens selektiert. So werden durchschnittlich nur 100 Gramm Trauben pro Rebstock gewonnen. So müssen sechs bis zehn Rebstöcke für eine einzige Flasche des Spitzenweins herhalten. Nur 12.000 Flaschen werden vom Avan pro Jahr produziert. Der Wein ist also nicht nur lecker, sondern auch rar.
Im Glas funkelt der Avan in dunklem, fast schwarzen Purpur. In der Nase machen sich nach und nach Aromen von Pflaumenkompott, dunklen Beeren (Blaubeere!) und dunkler Schokolade breit, auch Espresso und erdige Noten. Das Holz ist wunderbar in den Gesamteindruck integriert. Sehr vielschichtige Nase, konzentrierte Eleganz.
Am Gaumen präsentiert sich der Wein am Beginn seiner Reife, die sicher noch 8 – 10 Jahre anhalten wird. Sehr konzentriert, druckvoll, elegant und mit perfektem Schmelz. Die mürben Tannine fügen sich perfekt in das Gesamtbild des Weins ein. Süße Beerenfrucht, Kaffee und Schokolade kombinieren sich zu einem harmonischen Ganzen. Das Finale wird durch die beerig-süße Würze zu einem langen und intensiven Erlebnis. Hervorragende 93+ Ingo-Punkte.

 
 
KW 3
Jorge Nobre Moreira: „J 2005“
Der diesmalige Wein der Woche kommt aus einer Region, die in letzter Zeit für viel Furore sorgt: Dem portugiesischen Douro-Tal. Was sich da in den letzten Jahren an Neuem, an innovativer Winzerkunst entwickelt hat, ist aller Ehren wert. Galt Portugal früher nur als Produzent hervorragender Ports und wuchtiger, vordergründiger Rotweine, kann man mittlerweile auch in diesem Segment viele gute Tropfen im fairpreisigen Segment entdecken. So auch der aktuelle Wein der Woche

Der „J“ ist der Zweitwein des „Poeira“ und ist eine Cuvée aus Touriga Nacional, Tourioga Francesa, Tinta Barroca, Tinta Roriz sowie Sousaohat. Die Trauben werden in so genannten „Lagares“, also in großen Becken mit per pedes gepresst. Diese traditionelle Form findet in Portugal neuerdings wieder vermehrt Anwendung, gleichwohl ist sie die am meisten anstrengende Form des Pressens. Der „J“ wird 12 Monate in Barriques ausgebaut, bevor er auf Flasche gezogen wird.

Aufgrund seiner Jugend braucht der „J“ natürlich einige Zeit im – möglichst großen – Glas. Doch nach einer Weile legt er sich mächtig ins Zeug: Schwarze Johannisbeere, Pflaumenkompott, etwas Zartbitter, Süßholz, feine Würze, süße Beeren. Ein Wein, der seine Herkunft wahrlich nicht verleugnet: Sonnenverwöhnt, opulent, dicht, massig. Und doch besitzt der „J“ eine Eleganz, die man ohne weiteres nicht erwarten würde.
Am Gaumen zeigt sich dann die neue Form portugiesischer Winzerkunst. Neben der sehr schönen, ausgereiften Fruchtigkeit versteht es der „J“, mit einer hervorragenden Säurestruktur die Sonnensüße aufzufangen. Gar nicht fett wirkend. Im Gegenteil: Hier macht auch das zweite Glas noch viel Spaß! Neben die bekannten Aromen gesellen sich am Gaumen auch rote Beeren, Veilchen und eine ordentliche Portion mürber Tannine hinzu. Der Wein hat Charakter und Potential! Auch im langen Abgang macht der „J“ jetzt schon, jedoch sicher auch noch die nächsten 10 Jahre mächtig Spaß! 90 Ingo-Punkte.

 
 
KW 40
Cumulus Climbing Shiraz 2005
Seit längerem hat es beim Weinschreiber schon keinen neuen Wein der Woche gegeben. Nicht, dass es nicht den einen oder anderen guten Tropfen gegeben hätte! Ganz im Gegenteil! Nur ist die Zeit der limitierende Faktor, der die Pflege der Webseite immer wieder verzögert. Doch diese Woche ist es vor allem auch das Etikett, welches dem durchaus gut gelungenen Wein zum Tipp der Woche verhilft. Aber keine Angst: Der Wein in der Flasche macht auch richtig Spaß!

In einem leuchtenden Rubinrot präsentiert sich dieser wirklich typische Vertreter der Rebsorte Shiraz. Im Bouquet kann sich der Climbing nicht verstellen: Da sind sie, die Noten von weißem Pfeffer, einem ganzen Gewürzstrauß, aber auch Vanille und süßer Kirsche. Der Ausbau im Barrique lässt sich auch nicht verheimlichen. Das gesamte Erscheinungsbild ist jedoch stimmig, rund und vor allem auf Frucht ausgelegt. Die Nase macht richtig Spaß!

Auch am Gaumen ist die Struktur glasklar nachvollziehbar. Die opulente Frucht wird durch eine feine Tanninstruktur getragen. Auch die Säurestruktur passt gut. Der Wein macht Freude und Lust auf’s nächste Glas! Beileibe handelt es sich hierbei nicht um die Quintessenz der Rebsorte Shiraz bzw. Syrah! Aber der Cumulus Climbing gehört auf jeden Fall zu den Weinen, die über ein hohes Maß an Typizität verfügen. Und das soll ja letztendlich auch so sein.

Auch so! Der Abgang passt auch: Fruchtig, klar und animierend. 83 Ingo-Punkte.

 
 
KW 30
Château Saint Cosme: „Les Deux Albion 2004“
Louis Barruol, verantwortlicher Winzer auf dem Château, hat mit dem „Les Deux Albion“ einen Wein auf den Markt gebracht, der aus verschiedenen Gründen besonders ist. Zum einen natürlich aufgrund seiner hervorragenden Qualität. Aber auch durch die Beimischung von 10% Clairette, einer klassischen weißen Rebsorte. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Dieser Côtes-du-Rhône stellt so einiges aus dieser Region in den Schatten. Auch deutlich Höherpreisiges!

In der Nase machen sich sehr dichte, opulente Aromen von dunkler Schokolade, reifen dunklen Beeren, schwarzer Johannisbeere, Kirsche und sogar einem Hauch exotischer Früchte. Ein Wein mit blumig-konzentriertem Charakter, leicht pfeffriger Note und würzigen Nuancen. Am Gaumen dann fleischig, viel Frucht, dabei von schöner Frische gekennzeichnet, trotzdem kraftvoll und finessenreich. Kaum zu glauben, dass es sich bei dieser Cuvée aus 50% Syrah, 30% Grenache, 10% Carignan und 10% Clairette „nur um einen CdR handelt. Auch das Finish ist von einer schönen Länge gekennzeichnet, fruchtig-frisch und von Kirscharomen dominiert. Ein toller Wein, der 89 Ingo-Punkte redlich verdient.

 
 
KW 27
Christos Kokkalis: „Mova 2003“
Christos Kokkalis ist im Weinschreiber kein Neuling, ist er doch mit seiner Trilogia bereits zu allergrößten Ehren gekommen. Doch in der Referenzklasse verstehen es viele Winzer, mit ihren Weinen zu überzeugen. Doch wie sieht es in der zweiten Reihe aus? Der Weinschreiber hat keine Kosten und Mühen gescheut und sich mit dem Mova 2003 den Zweitwein aus dem Hause Kokkalis besorgt. Ist es nun die häufig erlebte Enttäuschung beim Genuss eines Zweitweins oder doch eine positive Überraschung? Der Wein zeigt von Beginn an eines: Kokkalis kann nicht nur Trilogia!

In einem satten purpurroten Ton scheint der Mova im Glas. Feurige Aromen dunkler Beeren und vor allem eine kräftige Würzigkeit steigen sofort in die Nase. Leicht erdige Noten gesellen sich gleich hinzu. Kirsche ist auch mit dabei. Doch vor allem besticht diese würzige Nuance, die den Wein charakterisiert. Doch nicht in dieser unfertig wirkenden Art – vielmehr in ihrer Eigenständigkeit ein Zeichen optimal ausgenutzten Terroirs.
Auch am Gaumen überzeugt der Wein mit seiner Kraft, Opulenz und vollwürzigen Art. Ein kräftiger Saft, typisch südeuropäisch, sonnenverwöhnt und doch mit seiner schönen Säurestruktur nicht plump wirkend. Die Tanninstruktur ist fest, knackig und gut austariert. Kein Wein für Merlot-Liebhaber, Vorwärtseinparker oder Mit-Gurt-im-Stau-Steher. Vielmehr ein maskuliner Tropfen, der mit seiner urwüchsigen Kraft entfernt an einen typischen Roussillon erinnert. Diese Cuvée aus Cabernet Sauvignon und der autochthonen Sorte Agiorgitiko mit 13% vol. vermag auch im Abgang voll zu überzeugen. 87 Ingo-Punkte.

 
 
KW 24
Tenuta Fontodi: „Chianti Classico DOCG 2003“
Lange schon hatte der Weinschreiber vor, den Chianti Classico von Fontodi zu probieren. Viel zu lange! Denn dadurch hatte er nicht schon früher das Vergnügen, einen wirklich gelungenen Toskaner zu verkosten. Giovanni Manetti, Besitzer des Weinguts im Chianti Classico Gebiet, sowie sein Berater Franco Bernabei haben auch den Jahrgang 2003 bestens umsetzen können.

Eine akribische Weinbergsarbeit, strenge Selektion der Trauben und gnadenlos gute Arbeit im Weinkeller sind der Grund, warum auch im Hitzejahr 2003 durchaus feingliedrige und pfiffige Chianti ins Glas kommen. Dieser reinsortige Sangiovese mit für das Jahr 2003 geradezu verschwindet geringem Alkohol von 13,5 % vol. betört die Nase mit einem reinen, feinen, jedoch sehr typischen Duft nach Kirsche, Sauerkirsche, typischer Würze und leicht erdig-rauchigen Noten. Feinste Vanillenoten deuten den Ausbau im kleinen Fass an. Auch am Gaumen überzeugt der Wein: Fein integrierte, mürbe Tannine, druckvoller, jedoch gleichzeitig filigran wirkender Saft, elegant, erstaunlich frisch – einfach ein herrlicher Chianti Classico! Der Abgang ist ebenfalls rund und ausgewogen und von einer sehr schönen Länge gekennzeichnet. 89 Ingo-Punkte

 
 
KW 15
Bodegas y Vinedos Tritium: “Tritium Vendimia Seleccionada 2004”
Tritium ist das Projekt eines Winzers, der zwar über die Rebgärten, nicht aber über das notwendige Kapital verfügte. Dieses notwendige Geld steuerte dann ein weinverrückter Deutscher bei – und so war das Projekt geboren. Gott sei Dank! Wäre die Weinwelt doch sonst um einen gelungenen und darüber hinaus auch noch günstigen Tropfen ärmer.
Rioja-Fans wissen es bereits - Tritium ist einer der besten Weinwerte dieser berühmten Region.

Neben dem 2005er Jungwein und dem 2004er Tempranillo, dem “Grand Vin” des Hauses, wurde im überragenden Jahrgang 2004 ein dritter Wein kreiert. Dieser “Semi Crianza” bezeichnete Wein stammt von den ältesten Reben, reifte 8 Monate in Barriques und wurde ungefiltert auf die Flasche gebracht.

In der Nase machen sich intensive Aromen von süßer Kirsche, Pflaumenkompott und feinen Holznoten bemerkbar. Ein sehr kräftiger, trotzdem auch elegant erscheinender Wein, dessen opulente Frucht von fein rauchigen Komponenten gestützt wird. Am Gaumen wirkt der Wein wiederum kraftvoll-elegant, sehr ausgewogen und mit schönen, feinen Tanninen ausgestattet, die von einer schönen Mineralität begleitet werden.
Auch im Abgang wirkt der reinsortige, noch junge Tempranillo komplex und ist von einer schönen Länge gekennzeichnet. 88 Ingo-Punkte.

 
 
KW 14
Rafael Cambra: „Dos Valencia 2004“
Rafael Cambra ist von Hause aus Rebenzüchter, der eigentlich nicht viel mit Weinausbau zu tun hat. Doch die Weine Uno und Dos sind die Verwirklichung seines Traumes, eigene Kreszenzen zu vinifizieren. Er erwarb einige Hektar Weinberge, die er mit Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc bepflanzte. Diese bilden die Basis für seinen Dos. Auf Klassifizierungen jeglicher Art verzichtet er. Der Wein soll für sich sprechen. Alleine die Farbgestaltung des Etiketts, ein auffallendes Orange, gibt Aufschluss über die Herkunft. Orange ist die Leitfarbe der Region Valencia.

Die Erträge für den Dos werden streng reduziert. So gelangt noch mehr Kraft und Fülle in die übrigen Trauben. Der Wein wird einige Monate im Barrique ausgebaut. All diese Faktoren führen zu einem Ergebnis in der Flasche, das sich sehen lassen kann. Gerade einmal 6000 Flaschen Dos produziert Cambra pro Jahr, eine homöopathische Menge im Vergleich zu vielen anderen, oft um ein Vielfaches teureren Weinen gleicher Qualität.

Der Wein ist tiefschwarz im Glas, kaum Aufhellung zum Rand hin. In der Nase machen sich üppige, komplexe Aromen breit: Dunkle Waldbeeren, Cassis, aber auch erdige Noten. Sehr konzentriert, druckvoll, mit einem Hauch vanilliger Süße. Am Gaumen dann präsentiert sich der Dos mit einer sehr komplexen Textur, ungemein kraftvoll, opulent, aber auch mit perfekten, mürben Tanninen, erdigen Noten und intensiver Beerigkeit. Eine elegante Säurestruktur verleiht dem Dos ein sehr ausgewogenes Gesamtbild. Ein Wein im modernen Stil, vielleicht an einen Bordeaux erinnernd, sehr eigenständig, vielschichtig und von hervorragender Länge gekennzeichnet. Für mich noch um einige Punkte besser, als der vorherige Jahrgang, der sich – jahrgangstypisch – etwas fetter als der 2004er präsentierte. 90 Ingo-Punkte.

 
 
KW 13
Château d’Aurilhac: Cru Bourgeois 2004
Das Château d’Aurilhac befindet sich in der Gemeinde Seurin de Cadourne, in Mitten der schönsten Lagen der Appellation Haut-Médoc. Der 11 Hektar umfassende Betrieb schafft es schon seit einigen Jahren, regelmäßig hervorragende Weine zu vinifizieren, die sich oftmals vor den viel teureren klassifizierten Gewächsen nicht zu verstecken brauchen. Erik Nieuwall, Besitzer des Châteaus, hat Mitte der 80er Jahre viel in die Neugestaltung der Weinberge investiert, was sich in zunehmendem Maße in der Qualität der Gewächse bemerkbar macht. Die Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc und Petit Verdot zeigt sehr schön auf, dass Bordelaiser Winzerkunst nicht unbezahlbar sein muss.

In der Nase macht sich gleich der Ausbau in Barriques bemerkbar. Aromen von Bourbon-Vanille, Eiche und Mandeln werden begleitet von Blaubeeren, schwarzer Johannisbeere und schokoladigen Aromen. Leicht erdige Noten, feinwürzige Nuancen und ein Hauch Minze geben dem Wein seinen Charakter. Am Gaumen präsentiert sich der d’Aurilhac sehr jugendlich, mit schöner, kräftiger Säurestruktur und knackigen, mürben Tanninen. Ein Wein zum Kauen, sehr schön saftig, süffig, zwar offensichtlich trocken, jedoch mit vollmundiger Tiefe. 89+ Ingo-Punkte

 
 
KW 12
Marchesi de Frescobaldi: „Chianti Rufina Castello di Nipozzano Riserva 2003 DOCG“
Das ca. 20 Kilometer von Florenz gelegene Anbaugebiet Chianti Rufina steht oft zu Unrecht im Schatten des Chianti Classico, wachsen dort doch ebenso hochwertige und eigenständige Tropfen hoher Qualität. Ein Weingut, welches zu den besseren Erzeugern gehört, ist das Castello Marchesi de Frescobaldi. Mit dem Chianti Rufina Riserva haben die Frescobaldis das durchaus schwierige Jahr zu einem Erfolg werden lassen. Strenge Ertragsreduktion und viel Weinbergsarbeit haben zu sehenswerten Ergebnissen geführt.

Die vorwiegend aus Sangiovese und einem kleinen Anteil Canaiolo Nero sowie Cabernet Sauvignon kreierte Cuvée funkelt im leuchtenden Rubinrot im Glas. Aromen schwarzer Beeren, ein Hauch süßer Vanille, Schokolade und erdige Noten dominieren. Am Gaumen präsentiert sich der Wein dunkelbeerig, fruchtig, mit fester, kraftvoller Struktur. Die mürben Tannine runden das positive Gesamtbild ab. Auch im Abgang kraftvoll, einnehmend. Das Sonnenjahr 2003 wird hier perfekt zur Schau getragen. Ein dichter, noch jugendlicher Wein mit Potential für mindestens weitere fünf Jahre. 88 Ingo-Punkte.

 
 
KW 11
Niepoort: “Late Bottled Vintage Port 2000″
Das von Dirk van der Niepoort geführte Unternehmen gehört wohl zu den führenden Weinhäusern Portugals. Der umtriebige sympathische Winzer hat es geschafft, das relativ kleine Weingut qualitativ an die Spitze portugiesischer Erzeuger zu führen. So kann das Portweinhaus mit dem aktuellen Wein der Woche einmal mehr beweisen, dass man auch aus „nur“ als gut klassifizierten Jahrgängen hervorragende Qualitäten gewinnen kann.

Dieser rubinrot schimmernde Port ist eine Cuvée aus Tinta Amarela, Touriga Francesa und Tinta Roriz und lagerte ca. vier bis fünf Jahre im Fass. In der Nase verzaubert er mit herrlichen Aromen von eingelegten Pflaumen, süßen Kirschen, leicht rauchigen Nuancen von Tabak und Teer. Ein leichter Holzeinsatz ist nicht zu verleugnen.
Am Gaumen überzeugt dieser LBV mit wunderbarer Konzentration und einer geradezu vereinnahmenden süßen, opulenten Charakteristik, die zwar üppig, nicht jedoch aufgesetzt wirkt. Ein druckvoller Port, schweres Geschütz, trotzdem geschmeidig und von geradezu finessenreicher Leichtigkeit gekennzeichnet. Auch im langen Finish sehr schön ausbalanciert. 89 Ingo-Punkte.

Dieser LBV von Niepoort bietet eine wunderbare, preisgünstigere Alternative zu den Vintage Ports und kann bestimmt solo, aber auch zu herzhaften Käsesorten brillieren.

 
 
KW 10
Domaine Pégau: “Pegovino 2004″
Die Familiendomaine Pégau ist den Liebhabern der Rhôneweine schon lange ein Begriff, haben es doch Paul Féraud und seine Tochter Laurence jedes Jahr aufs Neue verstanden, hervorragende Vertreter der Region auf die Flasche zu ziehen. Die Châteauneuf-du-Pâpe der Domaine gehören so ziemlich zum Besten, was die Rhône zu bieten hat. Doch nicht nur bei den Spitzengewächsen, sondern auch bei den Basisqualitäten merkt man schnell, dass die Familie Féraud ihr Handwerk bestens versteht.

Der Basiswein der Domaine, Pegovino, bietet sehr schönen Trinkspaß für jeden Tag. Laurence Féraud, die sich verantwortlich für diesen Wein zeigt, hat mit diesem wirklich günstigen Tropfen einen gelungenen Einstieg in die Welt der Rhôneweine gelegt. Die in gebrauchtem Holz und Stahltank ausgebaute Cuvée aus Syrah, Grenache und etwas Merlot steht sehr dunkel im Glas. Kräftige beerige Aromen entströmen dem Glas, Kirsche, rote Beeren, sehr viel Saft. Am Gaumen dann wieder sehr saftig, feinwürzig, vielleicht mit leichten Schokonoten versehen. Die Tanninstruktur ist rund und ausgewogen und tragen die Aromen in ein gelungenes Finale. 82 Ingo-Punkte.

 
 
KW 09
Weingut Bergdolt: “Weißburgunder Kirrweiler Mandelberg Grosses Gewächs 2005″
Das Pfälzer Weingut Bergdolt liegt in der Gemeinde Neustadt-Duttweiler im Bereich Mittelhardt-Deutsche Weinstraße und wird seit 1982 bereits in achter Familien-Generation von Rainer und Günther Bergdolt bewirtschaftet. Und wenn der englische Journalist Stuart Pigott über die trockenen Weißburgunder Spät- und Auslesen schreibt, sie seien “(…) die größten Weine dieser Rebsorte in ganz Deutschland (…)“ und würden somit „(…) zu den besten ihrer Art weltweit (…)” gehören, dann liegt er nicht ganz daneben. Was der vorliegende Wein der Woche hervorragend beweist.

In der Nase präsentiert sich ein kräftiger, opulenter Wein, sehr mineralisch, mit Noten von frischen Kräutern, reifen Äpfeln, Mirabelle. Ein leicht süßlich an Karamell erinnernder Ton gesellt sich hinzu. Die Aromen vereinnahmen sofort.

Am Gaumen zeigt sich der Wein mit viel Schmelz, sehr druckvoll und doch von sehr schöner Mineralität gezeichnet. Die gute Säurestruktur fördert den positiven Gesamteindruck. Die Noten nach Kräutern, reifen Beeren und vielleicht auch nussigen Nuancen harmonieren hervorragend mit der Fruchtigkeit des Weißburgunders. Viel schmelziger Saft mit einem sehr schönen Finale. 89+ Ingo-Punkte, weil er sich erst am Anfang seiner Reife befindet. Der Kirrweiler Mandelberg ist ein sehr schön gelungener typischer Vertreter der Sorte und verdient somit die Wahl zum Wein der Woche absolut!

 
 
KW 07
Bodegas Marco Real: “Taurus Tinto Roble”
Nach einiger Zeit ist der aktuelle Wein der Woche mal wieder ein Spanier. Eigentlich viel zu selten fällt der Blick auf die Iberische Halbinsel, finden sich dort doch immer wieder gute Tropfen zu einem günstigen Preis. Und hierzu zählt auch dieser reinsortige Tinto de Toro. Die Rebsorte gilt als die Urvariante des Tempranillo und wird von der Bodegas Marco Real zu wirklich gelungenen Weinen verarbeitet. Wie auch beim Taurus.

Im Glas funkelt der Wein tiefrot mit violetten Reflexen. In der Nase machen sich die typisch südländischen Aromen von Brombeere, dunklen Waldbeeren, aber auch Pflaume breit. Auch toastige Aromen sind dabei. Am Gaumen präsentiert sich der Taurus intensiv, druckvoll und gut ausgereift. Der Ausbau im Barrique wirkt hier unterstützend, nicht erschlagend, wie man es oft von vielen Weinen dieser Preisklasse erwarten muss. Im weiteren Verlauf entwickelt sich eine wohlige Wärme, die in einem beerig-kraftvollen Finale endet. Ein dichter, schöner Wein, der bereits sehr gut antrinkbar ist, aber sicher auch noch weitere vier bis fünf Jahre Freude bereiten wird. 87 Ingo-Punkte.

 
 
KW 06
Domaine de Trévallon Rouge 2003
Die Domaine de Trévallon befindet sich mehr oder weniger in direkter Nachbarschaft der Appelation Châteauneuf-du-Pape, kann somit also das gleiche Mikroklima für sich beanspruchen, wie die großen Roten der Rhône. Eloi Dürrbach, verantwortlich für diesen Wein, achtet bei der Pflege seiner Weinberge auf starke Ertragsreduzierung, um möglichst viel Kraft in die verbleibenden Trauben zu leiten. Der karge Steinboden tut das seinige dazu. Denn so werden die Reben dazu gezwungen, tief zu wurzeln und somit die wirklich wertvollen Nährstoffe zu suchen. Ideale Basis also für einen hervorragenden Wein mit Terroir!
Im Glas macht sich der tief rubinrot schimmernde Wein mit Aromen von Cassis, Holunder, aber auch gerösteten Noten breit. Schokolade ist auch zu vernehmen. Hinzu gesellt sich ein ganzer Straus getrockneter Kräuter. Ungemein komplex, reichhaltig, intensiv. Alleine schon der Duft macht trunken.
Am Gaumen dann zeigen sich rote Beeren, wieder röstige Noten, Holunder, aber auch ein dezenter, wunderbar eingebundener Holzton. Sehr fleischig, kraftvoll, konzentriert. Im weiteren Verlauf finden sich süße Noten reifer Beeren. Die Tannine sind zwar noch knackig, aber passen sich hervorragend der Konzentration des Weins an. Auch im Finale kann der Trévallon voll überzeugen! Sicher ist er jetzt in seiner Primärfrucht wunderbar zu trinken, wird aber noch die nächsten 10, 15 Jahre viel Trinkvergnügen bereiten! 91 + Ingo-Punkte.

 
 
KW 05
Arbeit, Arbeit, Arbeit…

 
 
KW 04
Giuseppe Campagnola: “Valpolicella Classico Superiore ‘Caterina Zardini’ DOC 2004″
Der Name Valpolicella wird oft mit durchschnittlichen, zumeist überteuerten Weinen in Verbindung gebracht. Dass dies nicht immer zutrifft, beweist der Valpolicella Classico Superiore „Caterina Zardini“ 2004 aus dem Hause Campagnola. Das traditionsreiche Veroneser Weingut versteht es immer wieder, trotz seiner mittlerweile doch enormen Größe Weine mit Charakter zu erzeugen.

Dieser Valpolicella, eine Cuvée aus 60% Corvina und Corvinone Veronese, 35% Rondinella und Molinara 5% verfügt über eine tief rubinrote Farbe. In der Nase macht sich ein herrliches Bouquet aus Brombeeren, Kirsche, feinen Gewürzen, aber auch blumige Nuancen bemerkbar. Der Ausbau in Barriques ist in angenehmer Form bemerkbar.
Am Gaumen präsentiert sich der Campagnola dann sehr elegant, fleischig, harmonisch. Beerige Noten korrespondieren mit feiner Würze zu einer sehr gelungenen Einheit. Auch im langen, leicht herben Finale weiß der Valpolicella voll zu überzeugen. 87 Ingo-Punkte

 
 
KW 03
Der Weinschreiber macht eine Auszeit

 
 
KW 02
Der Weinschreiber macht eine Auszeit

 
 
KW 01
Der Weinschreiber macht eine Auszeit

 
 
KW 52
Der Weinschreiber macht eine Auszeit

 
 
KW 51
Van Volxem: “Riesling Gottesfuß Alte Reben 2004″
Die Rieslinge von Roman Niewodnidscanski sind so eigenwillig, wie er selbst. Und gerade der Gottesfuß ist eine der steilsten und spektakulärsten Steillagen an der Saar mit reiner Ausrichtung nach Süden. Er ist bestockt mit sagenhaften, teilweise bis zu 120 Jahre (!) alten, noch wurzelechten Rebstöcken, die noch aus der Kaiserzeit stammen. Das Resultat dieser Reben ist ein Wein, der schlichtweg als die ultimative Quintessenz des Rieslings bezeichnet werden kann.

Im Glas schimmert der Riesling goldgelb, äußerst klar und rein. In der Nase Noten von getrockneten Kräutern, floral, von Honig und schwarzem Tee, gelbem Steinobst, honigartig, typisches Terroir.

Am Gaumen dann enormer Druck, sehr regionentypisch, mit leichtem Zuckerschwänzchen. Zitrusfrucht wird begleitet von Aromen reifer Äpfel, exotischer Noten und Trockenobst. Sehr dicht, sehr opulent. Ein extraktreicher Wein, der auch durch seinen schier unendlichen Abgang zu überzeugen versteht. Und das gerade einmal bei 11,5% vol. Alkohol, einem geradezu lächerlichem Alkoholwert in der heutigen Weinwelt! Der Gottesfuß Alte Reben benötigt in seinem jetzigen Stadium viel Luft. Hat er sie, offenbart sich dem Weinliebhaber ein Wein der Extraklasse! Denn Roman Niewodnidscanski versteht es wie kaum ein anderer Winzer, das Beste aus den Rebstöcken für seine Weine zu gewinnen. Chapeau! 92 Ingo-Punkte!

 
 
KW 50
Bodegas Ochoa: “Ochoa Reserva 1999″
Lange Zeit fristete die Weinbauregion Navarra ein Schattendasein hinter dem großen Namen Rioja. Doch in den letzten Jahren haben sich Navarras Weinerzeuger mit viel Akribie und Ausdauer ein eigenständiges, bedeutendes Image in der Weinwelt erarbeitet. So wurden neue Traubensorten eingeführt, bestehende veredelt und neue Cuvées entwickelt. Und die Resultate können sich – nicht zuletzt aufgrund der Pionierarbeit der Bodega Ochoa – hervorragend sehen lassen.

Die Experimentierfreudigkeit des „El Mago“ (Magier) genannten Javier Ochoa fand seine Anerkennung in der Auswahl des Weinguts zu den zehn bedeutendsten Weingütern Spaniens im Jahrbuch des Weins 2004, herausgegeben von der renommierten Zeitung El Pais. Und der vorliegende Wein bestätigt die Erwartungen vollauf.

Die Reserva aus 1999 präsentiert sich in einer geradezu perfekten Harmonie aus Reife und Aromenvielfalt. Der Eindruck, es könne sich hierbei auch um ein bordelaiser Gewächs handeln, lässt sich auf die Zusammenstellung der Trauben zurückführen. Mit einem deutlichen Anteil von Cabernet Sauvignon und Merlot, ergänzt durch die spanische Vorzeigetraube Tempranillo, wird der internationale Stil deutlich. In der Farbe mit einem leuchtenden, kräftigen Granatrot, präsentiert sich die Reserva mit reifen Aromen von Gewürzen, dunklen Beeren, leicht toastig, aber auch mit Nuancen von Leder und dem Hauch einer Süße, die vom 24monatigen Ausbau in Barriques her rührt. Rauchig, kräftig und sehr intensiv im Gesamteindruck. Am Gaumen machen sich die fleischige Struktur und die elegant eingebundenen Tannine bemerkbar, begleitet von einer Weichheit und feinen Beerenaromen, die nachhaltig beeindrucken. Auch im Abgang macht der Wein durch seine Röstaromen und feine Würzigkeit viel Spaß. Ein harmonisches Gesamtwerk, dem der Weinschreiber gerne 88 Ingo-Punkte zugesteht.

 
 
KW 49
Câteau Camensac 5ème Cru Classé 1996
Bisher hat noch kein klassifiziertes Bordelaiser Gewächs die Wahl zum Wein der Woche im Weinschreiber geschafft. Der Grund dafür ist relativ einfach: Wein der Woche wird, wer gut und bezahlbar ist. Mit dem Château Camensac jedoch findet man auch heute noch einen Cinquième Cru Classé, der nicht nur ausgesprochen lecker ist, sondern darüber hinaus auch noch – falls erhältlich – zu einem reellen Kurs angeboten wird.

Das Weingut liegt in der Gemeinde Saint-Laurent im Haut Médoc und produziert schon seit dem 17. Jahrhundert Wein. Ca. 75 Hektar Rebfläche werden bewirtschaftet, welche mit ca. 60% Cabernet Sauvignon und 40% Merlot bestockt sind. Der langlebige Wein wird ca. 16 – 20 Monate in Eichenfässern ausgebaut.

Der Wein präsentiert sich mit einer kräftig purpurroten Farbe im Glas. In der Nase ist sofort die typische Aromatik Bordelaiser Winzerkunst zu erkennen. Sehr Terroir verbunden, Anklänge von dunklen Beeren, Cassis, leichte Röstaromen. Feine Töne von Mokka sind ebenfalls dabei. Am Gaumen wirkt der Wein fleischig, mit kraftvoller Eleganz ausgestattet und bereits wunderbar ausgereift. Die Tanninstruktur hat sich sehr schön in das Gesamtbild des Weins eingebunden. Der Abgang ist beerig, elegant und von sehr schöner Länge. 88 Ingo-Punkte für den Camensac, der sicher noch die nächsten 5 Jahre viel Trinkspaß bereiten wird.

 
 
KW 48
Bürgerspital zum Heiligen Geist: “Würzburger Stein Riesling Kabinett 2004″
Diese Woche ist zum ersten Mal der Bocksbeutel die Flaschenform des Weins der Woche. Und das mit gutem Gewissen, unterstützt der geneigte Weinliebhaber mit dem Erwerb von Weinen des Bürgerspitals doch karikative Zwecke des in Würzburg beheimateten Weinguts. Doch nicht nur aus diesem Grund ist der Kabinett der hervorragenden Lage Würzburger Stein der Wein der Woche.

Die Lage Würzburger Stein am Main ist nicht zuletzt bekannt durch den ältesten, noch existierenden Wein aus dem Jahr 1540, der Zeit also, als Luther genauso aktiv war, wie Heinrich VIII oder Papst Paul III.

Der 2004er Kabinett präsentiert sich frisch und kraftvoll in der Nase. Aromen von frischen Zitrusnoten, Weinbergspfirsich und Orangenschalen dominieren. Am Gaumen ist der Würzburger Stein sehr mineralisch, zupackend, kräftig, ohne jedoch zu ungestüm zu wirken. Die Lagentypizität des Muschelkalk ist hier deutlich gegeben. Der Saft vereinnahmt den Gaumen mit einer herrlich erfrischenden Struktur, kräftiger, jedoch sehr gut eingebundener Säure und einem fruchtig, frischen Abgang. Ein Wein, der zum Nachschenken animiert. 85 Ingo-Punkte.

 
 
KW 47
Cusumano: “Benuara 2005″
Sizilien gehört in letzter Zeit häufiger zu den Favoriten des Weinschreibers. Nicht umsonst, verstehen es die besten Winzer dieser italienischen Region doch hervorragend, das Optimum aus den Trauben heraus zu holen. So auch beim Benuara von Cusumano. Und erfreulich hierbei ist, dass sich drei Gläser im Gambero Rosso und ein günstiger Preis nicht automatisch gegenseitig ausschließen.

Rubinrot funkelnd schimmert der Wein im Glas. In der Nase machen sich Aromen dunkler Waldbeeren und dezenter Kräuternuancen breit. Leicht süßlich Noten von Vanille gesellen sich hinzu. Am Gaumen überrascht die Cuvée aus 70% Nero d’Avola und 30% Syrah mit einer harmonischen Struktur, gut eingebundenen Tanninen und feiner Säurestruktur. Sehr beerig, konzentriert und doch elegant, mit weichem, harmonischem Abgang. 88 Ingo-Punkte. Die drei Gläser sind durchaus nachvollziehbar. Mit einem Preis um die 9 € ist der Benuara geradezu sensationell günstig!

 
 
KW 46
Günter Triebaumer: “TRIE 2004″
Der Name Triebaumer steht in Österreich für anspruchsvollen Weingenuss. Dass dieser auch etwas peppiger ausfallen kann, beweist Günter Triebaumer mit seinem unkomplizierten Rotwein TRIE. Hier zeigt sich deutlich, dass günstiger Wein ebenfalls Trinkspaß bereiten kann.

Die Cuvée aus 90% Zweigelt, 8% St. Laurent, 2% Cabernet Sauvignon zeigt sich rubinrot leuchtend mit violetten Reflexen im Glas. Die Nase ist lupenrein mit Aromen von Blaubeeren, Schwarzkirsche, etwas grüner Paprika, feinen Gewürzen und schöner Frische. Am Gaumen unkompliziert, mit angenehmer Säure und feinen Tanninen versehen, sehr fruchtig, feinwürzig, frisch. Der angenehme Abgang verführt zum nächsten Schluck. Ein Wein, der nicht die Sinne fordert, sondern einfach zum Genießen gemacht ist. Nicht denken, trinken. 83 Ingo-Punkte.

 
 
KW 45
Georg Breuer: “Riesling Charm 2004″TRIE.jpg
Das Weingut Breuer in Rüdesheim ist schon lange als Garant für die Produktion hervorragender Weine bekannt. Qualität gilt hierbei als oberstes Prinzip. Die durchschnittlichen Erträge des Weinguts sind extrem niedrig, die Selektion der Trauben geradezu akribisch. Dies merkt man den Weinen der Breuers auch an. Und auch schon die Einstiegsklasse in die Welt der Breuerschen Rieslinge profitiert von der Qualitätsphilosophie des Weinguts.

Der Riesling Charm präsentiert sich mit einer Nase nach gelbem Steinobst und sehr schöner Mineralität, leichte Heunote, strahlig, glasklar. Am Gaumen viel Saft und kräftige Frucht. Sehr mineralisch. Eine knackige Säurestruktur und ein schöner Abgang runden den positiven Eindruck des Rieslings ab. 84 Ingo-Punkte und mit einem Preis von unter 8,00 € ein absolut gelungener, typischer Vertreter Rheingauer Weinkultur!

 
 
KW 44
Villa Sandi: “Còrpore Rosso IGT 2001″
Venetien gerät in letzter Zeit zunehmend unter Beobachtung durch den Weinschreiber. Zu viele gute Tropfen kommen aus dieser Region, als dass man dies einfach missachten könnte. So auch beim aktuellen Wein der Woche vom akribisch arbeitenden Weingut Villa Sandi. Hier merkt man sofort, dass die Qualitätsstandards der Familie Moretti Polegato hoch sind.

Der aus 50% Merlot und 50% Cabernet Franc produzierte Còrpore Rosso funkelt rubinrot im Glas. In der Nase macht sich ein komplexes Aromenspektakel breit; angefangen bi reifen dunklen Beeren, orientalischen Gewürzen, Rosen, Leder, Süßholz, Teer. Sehr tiefgründig, druckvoll, intensiv.
Am Gaumen macht sich ein warmes Gefühl breit. Vollmundig, druckvoll, mit wunderbar ausgewogener Tanninstruktur und feiner Säure. Erdige Noten sind zu vernehmen. Ein Wein, der die Sinne vereinnahmt. Auch im langen, intensiven Abgang in hervorragender Form! 91 Ingo-Punkte.

 
 
KW 43
Di Majo Norante: “Molise Aglianico ‘Contado’ DOC 2003″
Nachdem der warme Sommer nun scheinbar endgültig Adieu gesagt hat, werden die roten Weine dieser Welt wieder vermehrt konsumiert. Zu einem intensiven Rotweingenuss zählt für die meisten Weinliebhaber auch eine eher gemäßigte Außentemperatur. Schließlich soll der Wein das Herz ja erwärmen. Und dies schafft der reinsortige Aglianico aus dem Hause Norante in hervorragender Weise.

Das in der italienischen Region Molise beheimatete Weingut Di Majo Norante konzentriert seine Aufmerksamkeit vornehmlich den autochthonen Rebsorten. Die Region schmecken können, ist das Ziel des jungen Winzers Alessio di Majo sowie seines Beraters Riccardo Cotarella. Heraus kommt in diesem Fall ein wunderbar konzentriert rot schimmernder Wein mit herrlichen Aromen nach Kirsche, roten und dunklen Beeren, Kaffee, Toffée, hölzerne Vanille, Pflaumen und etwas Kakao. Am Gaumen präsentiert sich der Aglianico dann von fester Struktur, mit vollmundigem, intensiv beerigen Aroma und herrlich herausfordernder Tanninstruktur. Der Abgang beschert noch mal feinwürzige Noten und einen Hauch Süßholz. 88 Ingo-Punkte für einen Wein, der mit einem Preis von knapp 8 € sicher zu den absoluten Kauftipps zu rechnen ist.

 
 
KW 42
Cuvée Mythique
Wein kann gut und günstig sein. Auch dann, wenn Weinkritiker auf diese Tropfen aufmerksam werden und diese in den Himmel loben. So auch bei dieser Cuvée aus dem französischen Languedoc-Roussillon. Unlängst wählte das britische Weinmagazin DECANTER diesen Wein zu den Top 100 Weinen der Welt mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis. Und das nicht zu Unrecht.

Die Klassifizierung als Vin de Pays d’Oc ist glattes Understatement. Denn in der Flasche befindet sich nicht einfach nur ein kontrolliert ausgebauter Landwein, sondern die Premium-Cuvée der Vignerons du Val d’Orbieu, einer Winzergenossenschaft. In der Nase mit feinwürziger Frucht, konzentriert wirkend, von Aromen nach Vanille und dunklen Beeren, vielleicht etwas Leder. Am Gaumen verspielt wirkend, elegant, mit gut eingebundenen Tanninen. Die Cuvée aus Syrah, Grenache, Cabernet Sauvignon, Mourvedre und Carignan präsentiert sich von mittelkräftiger Struktur, mit angenehmer Säurestruktur und einem leicht wirkenden, jedoch durchaus gutem Abgang. 85 Ingo-Punkte und in Anbetracht des günstigen Preises der Wein der Woche.

 
 

KW 41
Serverprobleme
Leider war ein Upload des Weins der Woche in der KW 41 nicht möglich. Der Weinschreiber bittet dies zu entschuldigen!

 
 

KW 40
Planeta Merlot 2002
Sizilien steht für Sonne, Süden, Mafia – und Wein. Allzeit verwöhnt vom guten Wetter, gelingen in der südlichsten Weinbauregion Italiens viele gute, gehaltvolle Weine. So auch 2002, als der Rest Italiens in sintflutartigen Regenfällen zu ertrinken drohte und die Weinernten gleich reihenweise zerstört wurden. Doch dieser Wein trägt die Sonne in sich. Und das macht ihn verdientermaßen zum Wein der Woche.

Planeta ist ein sizilianisches Weingut, welches seit 1995 den Merlot mit einer jährlichen Produktion von ca. 90.000 Flaschen auf den Markt bringt. 12 Monate wird der Merlot in Barriques ausgebaut und ist mit einem Alkoholgehalt von rund 14,5% wahrlich kein Leichtgewicht. Doch auch wenn der reinsortige Merlot diesen Umstand nicht zu verheimlichen versucht, passt die Kraft hervorragend ins Gesamtbild des Weins.
Im Glas mit intensivem Rubinrot schimmernd, verströmt der Planeta vielschichtige Aromen von dunklen Beeren, Blaubeeren, Pflaume, reifer Kirsche, aber auch sehr mineralisch anmutende Noten von Graphit und Feuerstein. Im weiteren Verlauf gesellen sich noch Noten von Leder und getrockneten Kräutern hinzu.
Am Gaumen wirkt der Wein konzentriert, kraftvoll und gleichzeitig sehr elegant. Das feine Tanningerüst ist jetzt schon hervorragend eingebunden, zeigt aber gleichzeitig die Lagerfähigkeit des Weins auf. Dezente Noten von Eukalyptus komplettieren den hervorragenden Eindruck. Auch im Abgang vermag der Planeta durch feinwürzige, elegante Länge voll zu überzeugen. 90+ Ingo-Punkte.

 
 
KW 39
Einrichtungswoche
Der Weinschreiber ist umgezogen und schraubt, schleift, bohrt und hämmert, wie ein Wahnsinniger. Da muss der Wein der Woche mal eine Pause einlegen. Sorry!

 
 

KW 38
Clos de los Siète 2004
Die Tage werden langsam kürzer, das Wetter kälter und die Weine wieder schwerer. So zumindest beim Weinschreiber, dessen Wein der Woche dieses Mal rot und vor opulenter Kraft strotzend ist. Verantwortlich für diesen Wein ist der bekannte Winemaker Michael Rolland, der zwar in der Weinszene nicht umstritten ist, in diesem Fall jedoch erstklassiges in die Flasche gebracht hat. Diese argentinische Cuvée aus Malbec, Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah bietet alles, was ein Rotwein aus der neuen Welt braucht.

Im Glas undurchlässiges Purpur, fast schwarzer Schimmer, den Glasrand mit fetten Kirchenfenstern belegend. In der Nase macht sich eine unglaubliche Aromenvielfalt breit, angefangen von dunklen Waldbeeren, Backpflaumen, Heidelbeeren, Cassis, aber auch Zimt und Nelke. Dann auch deutliche Lakritze, Rauch, Schokolade, reife Süßkirschen. Das Holz ist zwar deutlich zu vernehmen, erweckt aber nicht den Eindruck, aufgesetzt zu sein. Vielmehr vermählen sich die vielschichtigen Aromen zu einem komplexen Ganzen und machen Lust auf den ersten Schluck.

Am Gaumen dann fasziniert der Wein mit einer opulenten Fülle, viel Druck und gleichzeitig doch hervorragenden Balance und Geschmeidigkeit. Die ausgeprägten Extrakte zeigen sich süß und intensiv. Ein Wein, den man geradezu kauen kann. Aromen von dunkler Schokolade und Dörrobst gesellen sich ebenso hinzu. Auch im Abgang überzeugt der Wein durch opulente Frucht und langem Finish. Ein Wein, der zwar seine jugendlichraue Art noch nicht ganz abgelegt hat, jetzt und bestimmt noch weitere fünf bis acht Jahre höchsten Trinkgenuss verspricht. 90+ Ingo-Punkte

 
 
KW 37
Umzugswoche
Der Weinschreiber zieht um. Nicht virtuell. Nein! So richtig! Und daher sind die guten Weine alle verpackt. Sorry!

 
 
KW 36
Cascavel: “Les Amidyves 2003″
Frankreichs Weine sind mittlerweile vor allem in den Regionen interessant, die noch nicht dem Hype der bordelaiser Preisexplosionen folgen. Hierzu gehört insbesondere die südliche Rhône. Die Domaine Cascavel verkörpert gleichzeitig eine Stilistik, die Rhône-Fans das Herz höher schlagen lässt. Genauso verhält es sich mit dem aktuellen Wein der Woche: „Les Amidyves 2003“

Kaum ein Weinkenner kann verstehen, warum die Weine von den Hängen des Mont Ventoux immer noch zu den Geheimtipps Frankreiches zählen. Zu hoch sind die Qualitäten, zu gleichmäßig die Konstanz der Weine. Und 2003 war auch in dieser Region ein besonderes Jahr.
Im Gegensatz zu vielen weißen Kreszenzen konnten die Roten die sommerliche Hitze gut verkraften und in tollen, ausgereiften Trauben zum Ausdruck bringen. Und auch gerade „Les Amidyves“ zeigen auf, zu was gute Winzer die Trauben des herausfordernden Jahrgangs zu verarbeiten imstande waren.

Intensiv rot, fast schwarz im Glas funkelnd, am Rande leicht violett glänzend, schimmert der Wein. In der Nase von geradezu süßer Opulenz strotzend, nach reifer Johannisbeere duftend, verzückt diese cremige Cuvée aus Grenache und Syrah. Komplex, reif, süß, aber auch erdig, mit knackigen Tanninen versehen. Dann wieder Kirschen, Brombeeren, vielleicht vorweihnachtliche Plätzchenaromen. Auch Schoko ist dabei.

Am Gaumen präsentiert sich „Les Amidyves“ extrem konzentriert, kraftvoll und unglaublich druckvoll. Die erdigen Aromen deuten auf einen absolut trockenen Eindruck hin. Die Frucht hingegen schreit geradezu ihren betörenden Schmelz hinaus. Der süß-fruchtige Abgang deutet auf die sensationelle Qualität des Weins hin, der in Blindproben sicherlich viele Châteauneuf-du-Pâpe des gleichen, sensationellen Jahrgangs hinter sich lassen wird. Jetzt und in den nächsten 10 – 15 Jahren wird der Wein viel Freude bereiten! 90 Ingo-Punkte.

 
 
KW 35
Renovierungspause
Der Weinschreiber renoviert!

 
 
KW 34
Klaus Schneider: „STEINSATZ Rotwein Cuvée 2003“
Markus Schneider, ein junger Winzer aus der Pfalz, hat in den letzten Jahren für viel Furore in der Weinwelt gesorgt. Kaum in der Branche angekommen, konnte er mit seinen Weinen schon bald respektable Erfolge erzielen. Und das nicht zu Unrecht, wie der Wein der Woche beweist.

Der STEINSATZ 2003, eine Cuvée aus 60% Merlot, 20% Cabernet Franc und 20% St. Laurent, ist das Ergebnis eines Mix aus unterschiedlichen Lagen mit ebenso unterschiedlichen Böden. Man kann zwar nicht behaupten, aus dieser Mischung noch „Terroir“ zu erkennen. Für das Ergebnis in der Flasche braucht es das aber auch gar nicht. Geradezu perfekt hat es Markus Schneider verstanden, die Eigenschaften der verschiedenen Trauben optimal aufeinander abzustimmen und eine Cuvée zu erzeugen, die sehr kraftvoll, dicht und mit wunderbaren Aromen von süßer Johannisbeere, Toffée und Rauch daher kommt. Weiterhin ergänzt durch Noten von getoastetem Holz, Espresso und feinwürzigen Anklängen. Am Gaumen wirkt der Wein sensationell rund und ausgewogen, trotz aller urwüchsigen Kraft und Opulenz auch sehr elegant, vielschichtig und enorm druckvoll. Der STEINSATZ ist ein sehr extraktreicher Wein, der Aufmerksamkeit erregt, die Sinne herausfordert und auch im langen Finish einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Ein toller Wein der Woche! 91 Ingo-Punkte

 
 
KW 33
Kurt Angerer: „Grüner Veltliner Kies 2005“
„Qualität kommt von Qual“. Kurt Angerer ist ein sehr sympathischer Österreicher, der weiß, wie man gute Weine macht. Sein Weingut befindet sich in der Gemeinde Lengenfeld im niederösterreichischen Kamptal, einer Region, aus der einige der schönsten Grünen Veltliner des Landes kommen. So auch dieser wunderbare Basiswein des Hauses, der nach dem Bodentyp benannt wird, wo die Trauben für ihn wachsen.

Der Grüne Veltliner Kies ist Kurts Basis-Veltliner. Die Qualität dieses Tropfens hat aber rein gar nichts mit „Basis“ zu tun. Die Trauben werden im Weingut Angerer erst sehr spät gelesen und verweilen nach der Gärung im Stahltank noch lange Zeit auf der Hefe. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Grüne Veltliner Kies 2005 zeichnet sich durch seine Authentizität aus. Völlig der Typizität eines Grünen Veltliners entsprechend und doch eigenständig.
In der Nase machen sich kräftig würzige Aromen von frischen Kräutern und Birne breit. Das typische „Pfefferl“ ist deutlich vernehmbar. Vielleicht leicht exotisch anmutend, Noten von Maracuja. Am Gaumen dann sehr frisch, knackig, animierend. Wieder diese pfeffrig-würzige Note, jedoch sehr gut ausbalanciert durch eine saftige Fruchtigkeit. Die sehr gute Mineralik rundet den positiven Eindruck ab. Auch im Abgang frisch, knackig und von schöner Länge. 86+ Ingo-Punkte.

 
 
KW 32
Hofgut Consequence: “Creation Consequence Rosé 2005″
Auch wenn der Sommer gerade mal eine Pause einlegt, darf der Wein der Woche ruhig etwas frischer und knackiger sein. Und neuerdings darf man sogar auch als Weinfreak laut das Wort Rosé sagen. Denn was alle immer wussten, aber kaum jemand zu sagen wagte, ist die schlichte Gewissheit, dass ein kühler Rosé ein herrlicher Sommerbegleiter sein kann. So auch in diesem Fall.

Das Hofgut Consequence ist ein konsequent auf kontrolliert ökologischem Weinbau fixiert und verzichtet vollends auf den Gebrauch chemisch-synthetischer Stoffe. So auch beim Wein der Woche, dem Rosé Creation Consequence 2005. Diese Cuvée aus 30% Spätburgunder, 21% Müller-Thurgau, 10% pilzfesten Rebsorten, 7% Grauburgunder sowie 6% Silvaner hat einen animierend leichten, fruchtigen Charakter. Der intensiv hellrote Farbton ist das Ergebnis der Zugabe der pilzresistenten Rebsorte Regent, die fruchtigen Aromen von Himbeere und Erdbeere erhält die Creation vornehmlich vom Spätburgunder. Ein Wein, der süffig daher kommt, ohne dabei süß zu wirken. Frisch, frech, fruchtbetont – was will man mehr an warmen Sommertagen! Für den Weinschreiber klare 83 Ingo-Punkte und bei ungefähr 5,50 € Flaschenpreis ein Kauftipp der Woche.

 
 
KW 31
Château Fournas Bernadotte Cru Bourgeois Haut Médoc 2003
Mittlerweile ist es ja leider so weit, dass man sich die klassifizierten bordelaiser Gewächse als Normalsterblicher nicht mehr leisten kann. Also wird sich folglich der Fokus auf die so genannten bürgerlichen Gewächse der berühmten französischen Weinbauregion konzentrieren müssen. Dass das nicht unbedingt einen eingeschränkten Weingenuss zur Folge haben muss, zeigt der aktuelle Wein der Woche: Fournas Bernadotte aus dem viel diskutierten Jahrgang 2003.

Bei diesem Wein handelt es sich um den Zweitwein von Château Bernadotte, einer wohlbekannten bordelaiser Weingröße. Der Name Bernadotte stammt aus Verbindungen zum schwedischen Königshaus. Gott sei Dank überlassen diese es den Weinmachern, aus dem Traubengut einen sehr respektablen Wein zu keltern.

In dunklem Rot schimmert der Wein im Glas. In der Nase zeigen sich deutlich von opulenter Frucht getragene Aromen. Schwarze Johannisbeere, Blaubeere, Brombeere. Dazu gesellen sich allerdings auch kräftig würzige Aromen sowie etwas grüne Paprika. Dezente Anklänge von Minze sind auch dabei. Allerdings auch eine kräftige Süße, Vanille, Dörrobst, Pflaume.
Am Gaumen präsentiert sich der Fournas Bernadotte sehr extraktreich, kräftig, mit opulenten Noten süßer Beeren, Leder, grüner Paprika. Sehr saftige Tannine lassen deutlich den noch jugendlichen Charakter vernehmen. Der Wein wird noch lange Spaß machen. Ein kräftiges Säuregerüst, verbunden mit knackiger Frucht und langem, druckvollem Abgang machen den Wein zu einer günstigen bordelaiser Alternative, zumal man diesen Wein auch blind dem Haut Médoc hätte zuordnen können. 86++ Ingo-Punkte mit viel Erwartung auf die nächste Präsentation des Weins – allerdings erst dann, wenn es wieder etwas kühler wird. Denn für die heißen Tage ist der Wein einfach zu wuchtig.

 
 
KW 30
Château d’Escurac, Cru Bourgeois Supérieur 2003
Dass die Region Bordeaux vor allem für ihre legendären Weine bekannt ist, muss man niemandem mehr sagen. Allerdings auch für schier unerschwingliche Preise. Die klassifizierten Grand Crus um Lafite, Mouton und co. rufen für ihre Weine Kurse auf, die dem Otto-Normalverbraucher die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Und trotzdem muss auch der kleine Geldbeutel auf erstklassige bordelaiser Gewächse nicht verzichten. Ein Beispiel ist das Château d’Escurac, ein Cru Bourgeois Supérieur aus der Appellation Médoc.

Seitdem Jean-Marc Landuron mit seinem 1999er d’Escurac den Coup des Cru Bourgeois gewann, ist sein Wein in Kennerkreisen eine feste Größe. Nicht ohne Grund, versteht er es doch hervorragend, die Typizität bordelaiser Weine in die Flasche zu bringen. Bereits in der Nase macht sich die sehr schöne Liaison von feinem Holzeinsatz und kräftig-frischen Aromen dunkler Beeren breit. Dann auch Graphit, Pflaume, Zartbitterschokolade. Am Gaumen präsentiert sich der Wein mit einer käftig-eleganten Struktur, einer wunderbaren Mineralität und sehr schöner, druckvoller Fruchtigkeit. Alle Komponenten sind wunderbar aufeinander abgestimmt und unterstreichen zusammen ihre Herkunft aus der Appellation Médoc. Das Finale ist rund und ausgewogen und mit einer schönen Länge ausgezeichnet. 89+ Ingo-Punkte, verbunden mit dem Hinweis, dass dem Wein eine gewissen Zeit an der Luft mehr als nur gut tut!

Das Château d’Escurac zeigt wieder mal auf, dass es erfreulicherweise noch bezahlbare Weine entlang der Gironde gibt. Denn mit ca. 12 Euro liegt der Wein im absolut vertretbaren Rahmen und ist für die gebotene Qualität sogar ein echtes Schnäppchen! Der Weinschreiber empfiehlt: Unbedingt probieren!

 
 
KW 29
Tenuta Sant’Antonio : „Valpolicella Superiore La Bandina 2001“
Valpolicella muss nicht schlecht sein. Ganz im Gegenteil. Dass es auch anders geht, beweist die Tenuta Sant’Antonio mit diesem wunderbaren Tropfen. Nicht umsonst erhielt „La Bandina“ „Tre Biccheri“ im Gambero Rosso, also die höchstmögliche Note des berühmten italienischen Weinführers.
In der Nase besticht der tiefdunkle „La Bandina“ durch ausgeprägte Aromen von dunklen Beeren, Gewürzen, sehr konzentriert. Aber auch Pflaume, Zimt, vielleicht etwas Vanille sind zu erkennen. Auch am Gaumen präsentiert sich die Cuvée aus 70% Corvina, 20% Rondinella und 10% Croatina sehr konzentriert und kraftvoll und gleichzeitig doch sehr elegant. Auch der Abgang wird von der süßen, opulenten Fruchtigkeit getragen. Ein toller Wein! 90 Ingo-Punkte.

 
 
KW 28
Mineralwasser
Der Weinschreiber gönnt sich eine vinophile Auszeit.

 
 
KW 27
Domaine de St. Eugène: „Les Trois Tomates Barrique, Vin de Pays D’Oc 2002“
O.K., es ist etwas heiß für rote Genüsse vinophiler Art. Aber trotzdem kann dieser Wein auch im Sommer voll überzeugen! Denn die drei Tomaten ersetzen nicht nur ein fruchtig-süßes Dessert, sondern verstehen es auch, solo zu beeindrucken.

Die drei Tomaten, benannt nach den legendären drei Gemüsevertretern, die einst das auf dem Tisch liegende Konzept zur Kreation eines eigenen Weins gegen den teilweise frischen Wind des Languedocs schützten, bereiten der Nase und dem Gaumen viel Freude!

Die Cuvée aus 45 % Syrah, 10 % Grenache und 45 % Cabernet Sauvignon wird traditionell vinifiziert. Der Ausbau des Weins findet 18 Monate lang in Barriques statt, die ihm auch merklich gut tun.

In der Nase finden sich Aromen von süßer Kirsche, Cassis, Minze, etwas Pfeffer, Veilchen und vor allem auch holzbedingte Vanille breit. Sehr tiefgründig, fast schwer anmutend. Und doch mit einer Fruchtigkeit, die einen den warmen Sommer fast vergessen lässt.

Auch am Gaumen macht sich eine sehr intensive Fruchtigkeit breit, angeführt von der Cassis über die süßre Kirsche, bis hin zu warmen, reifen Blaubeernoten. Auch feine Aromen von Mandel, Marzipan sind zu vernehmen. Verfolgt werden die Aromen von der leicht alkoholisch anmutenden Art des Weins, was aber auch auf die Wärme bei der Verkostung zurück zu führen ist. Dezente Noten von jungem Holz, vielleicht Nadelholz sind vernehmbar.

Im Abgang präsentiert sich der Wein dann sehr fruchtig, opulent und mit einer der Region klassisch anmutenden Würze, die einfach Lust auf den nächsten Schluck macht. Allerdings erst dann, wenn der lange und schöne Abgang sich endlich dem Ende neigt. Ein toller Genuss! 90 Ingo-Punkte.

 
 
KW 26
Sommerpause
Der Weinschreiber macht Pause!

 
 
KW 25
Sommerpause
Der Weinschreiber macht Pause!

 
 
KW 24
Château Cambon la Pelouse 2003
Bordeaux muss nicht teuer sein. Wer sich abseits der Grands Crus umschaut, wird schnell günstige und sehr gute Alternativen finden. Ein gar nicht mehr so geheimer Tipp sind die Crus Bourgeois des Haut Médoc. Hier wird noch viel für das Geld geboten. Und auch der viel gelobte Jahrgang 2003 hat bezahlbare Tropfen hervorgebracht. Einer davon ist das Château Cambon la Pelouse, ein Cru Bourgeois Supérieur der Extraklasse.

Zugegen. Wer den Wein momentan probiert, begeht Babymord. So nennen die Weinfreaks das Öffnen eines fast zu jung anmutenden Weins. Aber die Versuchung war einfach zu groß. Und so konnte sich der Weinschreiber ein Bild vom derzeitigen Zustand des Cambon la Pelouse machen. Und der war mehr als überzeugend!

Im Glas dichtes Purpurrot, sehr extraktreich das Glas bedeckend. In der Nase ein erstaunlich reifes Bouquet, sehr harmonisch, üppig, mit Aromen von schwarzen Waldbeeren, deutlicher Cassis-Note, frischer Kirsche. Aber auch Noten von frisch geschnittener Tanne und etwas Süßholz gesellen sich hinzu. Die süße, opulente Frucht lässt sich mit dem hohen Merlot-Anteil von 60% erklären, der durch 39% Cabernet Sauvignon und 1% Cabernet Franc ergänzt wird.
Am Gaumen wirkt der Wein sehr komplex, beerig, reichhaltig. Trotz seines sehr expressiven Drucks wirkt der Cambon sehr elegant und ausbalanciert. Die Tanninstruktur ist hervorragend in das Gesamtbild eingebunden. Ein kräftig-würziger Wein, der auch im langen Abgang saftig, komplex und animierend wirkt. Ein toller Weinwert der zeigt, dass nicht nur die klassifizierten Gewächse 2003 gute Weine in die Flasche gebracht haben. 90+ Ingo-Punkte.

 
 
KW 23
Cascina Luisin: „Barbera D’Alba Maggiur 2003“
Die Cascina Luisin erlangte in letzter Zeit immer größere Berühmtheit, da ein gewisser Robert Parker auf diesen Wein aufmerksam wurde. Und auch wenn ich wahrlich nicht immer einer Meinung mit dem Weinpapst bin, muss ich an dieser Stelle zugeben, dass er völlig richtig liegt. Dieser Barbera d’Alba ist einfach ein sagenhaftes Erlebnis im Glas.
Aromen von Nelke, Süßholz, dunklen Waldbeeren. Auch würzige Aromen sind deutlich dabei.Saftige Pflaume ebenso. Die Noten von dunkler Schokolade sowie getrocknetem Heu runden den positiven Eindruck ab, Am Gaumen präsentiert sich der Wein mit viel Druck, leicht erdig, stoffig, mit einer sehr guten Tanninstruktur. Später tritt eine doch recht deutliche Tofféenote in den Vordergrund. Zum Abschluss gab es noch ein kraftvolles, langes Finale mit Lust auf den nächsten Schluck!Ein wunderbar ausgewogener, runder Wein, der trotz seiner Kraft zu schmeicheln versteht. Ein geradezu sensationeller Weinwert! 91 Ingo-Punkte.

 
 
KW 22
Weingut Knipser: „Cuvée X 2003“
Volker und Werner Knipser aus der Pfalz gehören unumstritten zu den absoluten Spitzenwinzern Deutschlands. Gerade ihre roten Tropfen gehören Jahr für Jahr zum Besten, was der deutsche Weinbau zu bieten hat. Schon oft konnten die Weine vorderste Platzierungen bei nationalen und internationalen Wettbewerben erzielen. Und das zu Recht, wie die Cuvée X eindrucksvoll unter Beweis stellt.
Sie ist eines der Flagschiffe des Hauses. Und man weiß direkt, warum. Sehr intensive, opulente Nase nach dunklen und roten Beeren, feinwürzig und dezent erdig. Das Bouquet ist einfach fantastisch. Am Gaumen dann mit sehr ausgewogener Struktur, klassisch elegant, sehr beerig-würzig und mit einem ewig langen Finale. Ein sehr komplexer, kraftvoller Wein, der trotzdem sensationell ausgewogen und elegant wirkt. 94+ Ingo-Punkte.

 
 
KW 21
Valpiculata Crianza 2003
Das ist mal richtig guter Stoff aus der spanischen Weinbauregion Toro! Der reinsortige Tinta de Toro, besser bekannt als Tempranillo, stammt von über 100 Jahre alten Rebstöcken. Der sonnenverwöhnte Jahrgang 2003 wurde vom jungen Önologen Juan Pablo Penalba streng selektiert und separat ausgebaut. 18 Monate reifte der Wein in Barriques aus französischer Eiche. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Tiefschwarz, enorm extraktreich und gigantisch in seinem Auftreten. Ein Wein, den man sich merken muss!

In der Nase macht sich nach und nach ein sehr schönes Bouquet schwarzer Beeren breit, dann auch süße Kirsche, Teer, Leder, dunkle Schokolade. Die Tanninstruktur ist kräftig, was dem jungen Wein allerdings auch sehr gut steht. Ungemein komplex, geradezu wuchtig und doch mit der nötigen Finesse versehen, zeigt er deutlich seine sonnige Herkunft. Das ist Spanien in Höchstform, wie auch der beerig-süße und sehr lange Abgang verrät. 91+ begeisterte Ingo-Punkte. Trinken ab sofort bis 2025 - je nach persönlicher Neigung.

 
 
KW 20
Domaine Santa Duc: „Gigondas 2003“
Die Domaine Santa Duc versteht es immer wieder, mit ihren Weinen zu überzeugen. Auch der Jahrgang 2003 ist wieder hervorragend gelungen, was man schon am „einfachen“ Gigondas feststellen kann. Ein Wein, der seine Herkunft deutlich zur Schau stellt. „Terroir“ heißt hier das Zauberwort.
Die Weine der Domaine Santa Duc weisen stets eine enorme Komplexität und üppige Aromen von dunklen Beeren auf. So auch dieser Gigondas. Sehr ausgereift wirkend, von Aromen getrockneter Kräuter und leicht erdigen Noten getragen. Am Gaumen zeigt die fantastische Tanninstruktur die Lagerfähigkeit des Weines auf. Auch im Abgang mit jugendlichem Charakter, aber jetzt schon sehr gelungen. 89 Ingo-Punkte. Wer ihn jetzt schon trinken möchte, sollte dem Wein vorab einige Luft gönnen, dann wird es sicher ein schönes Weinerlebnis!

 
 
KW 19
Castello di Fonterutoli: „Chianti Classico DOCG 2003“
Das nach der gleichnamigen Gemeinde benannte Weingut verfügt über 70 ha Rebfläche im schönen Chianti Classico Gebiet der Toskana. Es befindet sich seit 1453 im Besitz der Familie Mazzei und ist bekannt für die hohen Qualitäten der produzierten Weine. So auch bei diesem Chianti Classico aus einem hervorragenden Jahrgang.
Im Glas kräftig rot schimmernd, ins Purpurne tendierend. In der Nase reife, rote Beeren, ein Hauch Vanille und feine Gewürze. Am Gaumen sehr elegant, mit dezenter Säurestruktur und schön eingebundenen Tanninen. Insgesamt trotz seiner durchaus komplexen Machart und konzentrierter Fruchtigkeit sehr geschmeidig wirkend. Auch der Abgang ist rund, ausgewogen und stimulierend. 89 Ingo-Punkte.

 
 
KW 18
Peter Jakob Kühn: „Rheingau Riesling 2005“
Peter Jakob Kühn gehört zu den allerersten Winzern, die genannt werden, wenn es um Rheingauer Rieslinge geht. Das Weingut in Oestrich-Winkel gehört zur absoluten internationalen Spitze in Sachen Wein. Immer wieder versteht es Peter Jakob Kühn, die international Presse mit seinen Spitzenrieslingen zu überzeugen. Und wer dachte, mit seinen 2004er Weinen sei der Olymp bereits erreicht, wird sich mit dem aktuellen Jahrgang belehren lassen müssen. Denn wieder einmal hat es der sympathische Winzer geschafft, seinen vorgegangenen Jahrgang nochmal zu übertreffen. klar, die Gewächse brodeln noch vor sich hin und dürfen sowieso erst im September präsentiert werden. Aber was der “einfach” Riesling von Kühn bereits am Gaumen anstellt, ist schon unverschämt lecker!
Neben der typischen Fruchtigkeit früherer Jahrgänge zeichnet sich der Rheingau Riesling 2005 vor allem durch seine noch kräftigere Struktur gegenüber seinem Vorgänger aus. Schon jetzt umschmeichelt er den Gaumen mit seiner Würzigkeit, den Aromen frischer Zitrusfrüchte, Pfirsich und leicht exotisch anmutenden Noten. Ein Wein, der sich breit macht im Mund, ohne dabei auch nur im Geringsten breit zu wirken. Elegant bis in die letzte Ecke und von herrlicher Frische geprägt. ein Wein, der - vor allem unter Berücksichtigung des geradezu lächerlich günstigen Preises - ein Pflichtkauf für alle Freunde des Rheingau Rieslings ist. 83+ Ingo-Punkte.

 
 
KW 17
Van Volxem: „Riesling Volz 2004“
Saar-Winzer Roman Niewodniczanski versteht es Jahr für Jahr, extravagante Rieslinge der absoluten Spitzenklasse zu erzeugen. Seine Weine wirken authentisch, regionentypisch und doch auch sehr eigenwillig. So ist es kein Wunder, dass die Rieslinge vor allem eines verstehen: Zu polarisieren.

Mit dem Volz zeigt Roman einmal mehr seine kompromisslose Einstellung, wenn es um die Frage der Qualität seiner Weine geht. Dieser Saft ist geradezu dazu prädestiniert, das Terroir zu erklären. Braun- und Blauschieferböden sind verantwortlich für seine ausgewogene Mineralität, seine konsequente Ertragsreduktion der Grund für die Komplexität des Volz.

In der Nase machen sich Aromen breit von Mandarine, Aprikose und exotisch anmutenden Nuancen. Aber auch die feinwürzige Art, bis hin zu sehr dezent salzigen Anklängen macht Lust auf mehr. Am Gaumen setzt sich das Aromenspiel unvermindert fort. Sehr opulent, komplex und dicht, trotzdem mit der Van Volxem-typischen, eleganten Struktur versehen. Auch im Finish von hoher Mineralität und intensiver Frucht geprägt. Ein tolles Weinerlebnis, welches sich jetzt gerade erst am Anfang seiner Trinkreife befindet. 91 Ingo-Punkte.

 
 
KW 16
Domaine de Fondrèche: „Cuvée Nadal 2004“
50% Grenache, 50% Syrah
Ein geradezu sensationelles Preis-Leistungs-Verhältnis bietet diese tiefdunkle Cuvée aus Grenache und Syrah. Man merkt ihr deutlich ihre Herkunft von der südlichen Rhône an: Dunkle Beeren, leicht animalische Noten, süße Frucht, aber auch Kaffee und Toffée. Feiner Holzausbau ist nachweisbar. Aber auch würzige Noten sind deutlich mit dabei. Am Gaumen wieder sehr beerig, erinnert an Blaubeeren, süßen Kirschen. Dann auch pfeffrige Würze. Insgesamt unglaublich opulent, dicht, komplex, dabei aber durchaus elegant in seiner Struktur. Ein geradezu wilder Wein, der eingefangen werden will. Die Tannine sind schon erstaunlich gut eingebunden, versprechen aber auch für die nächsten vier, fünf Jahre höchsten Trinkgenuss! Ein exzellenter Wein, der im Vergleich zu anderen, gleichwertigen Vertretern mit rund 11,50 € geradezu verschwenderisch günstig ist. Wer den Jahrgang 2003 kennt, wird den Wert des 04ers erkennen, wenn der Weinschreiber sagt: Legt noch mal ein Pünktchen drauf! 91+ Ingo-Punkte.

 
 
KW 15
Langlois-Chateau: Quadrille de Langlois-Chateau 1999/2000
50% Chenin, 30% Chardonnay, 15% Cabernet Franc, 5% Cabernet Sauvignon
Die Spitzen-Cuvée des Hauses ist eine Klasse für sich. Die Aromenvielfalt ist schier unbeschreiblich: Hefige Noten, Toast, dann Orange, gelbes Steinobst, frisches Heu, ein ganzer Gewürzgarten und viel, viel Kraft! Die Quadrille tanzt mit der geradezu perfekt ausbalancierten Perlage auf der Zunge und scheint sich auch nach dem ersten Schluck nicht mehr verabschieden zu wollen. So unglaublich lang ist der Abgang, dass man schon befürchten muss, mit nur einem Glas schon genug für den Abend zu haben. Doch die Sucht nach mehr hört nicht auf. 93 Ingo-Punkte.

 
 
KW 14
Alois Kracher: Muskat Ottonel Auslese 2003
Das ist österreichischer Süßwein in Reinkultur. Aber dafür ist Alois Kracher ja auch berühmt. In der Nase Aromen von kräftigen Kräutern, typische Süßweinaromatik, dann Zitrusherbe, vielleicht Spülmittel, Pink grapefruit, Muskatellertraube, ein Hauch reifer Banane, Litschi, Kräutertee, Muskat und Zimt. Und frisch geschnittenes Gras.
Ein süßer Tropfen mit intensivem Bouquet, einen Hauch salzig. Am Gaumen macht sich dann eine sehr seidig-opulente Frucht breit, fast ölig, sehr extraktreich, mit kräftig-warmen Anklängen. Vielleicht einen klitzekleinen Tick chemisch wirkend. Aber auch im Finale sehr überzeugend und lang! 88 Ingo-Punkte.
CU

 
 

KW 13
Ernst Triebaumer: Blaufränkisch Ried Gmärk 2004

Ein sagenhafter Einstieg in die Welt der Weine Österreichs! Ein sehr kraftvoller Wein mit intensiven Aromen von roten Beeren, Kirsche. Sehr viel Saft am Gaumen, eine gute Säurestruktur und knackige, jedoch sehr gut eingebundene Tannine. Auch im abgang macht der Wein mächtigen Spaß! Für mich 85+ Ingo-Punkte und unter Betrachtung des relativ geringen Preises von unter 10,- € ein echter Kauftipp!
CU

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